Schutzniveau FFP2 Können die Masken wiederverwendet werden?

Ist die „klassische“ OP-Maske immer noch das Nonplusultra für den Alltagsgebrauch? Zumindest laut Robert Koch-Institut (RKI) deutet vieles darauf hin. (Symbolbild) Foto: Stefan Karl

Schutzmasken beschäftigen die Verbraucher im Rahmen der Pandemie-Eindämmung immer wieder. Neben der Community Maske, also einem einfachen Mund-Nasen-Schutz, gibt es auch sogenannte FFP2-Masken, die neben Fremd- auch Selbstschutz gewährleisten sollen. Doch kann man diese teureren Lösungen auch waschen? 

Im zehnten Monat der Pandemie haben sich viele Dinge eingespielt. Auch die Maske, die bei vielen täglichen Abläufen dabei sein muss. Mittlerweile hat gefühlt jeder Zweite eigene Expertentipps auf Lager. Manche schwören auf die leichte OP-Maske, die die Atmung nicht gar so sehr einschränkt, manche legen Wert auf Design. Und dann gibt es da noch den Aspekt Sicherheit.

Die Güteklasse einer Maske in puncto Sicherheit wird auf der FFP-Skala gemessen. FFP-1 heißt quasi Alltagsschutz, FFP2 ist schon recht sicher, sitzt aber auch in der Regel recht stramm. FFP3 klingt in seinen Spezifikationen fast schon aseptisch, ist aber weniger alltagstauglich. 

So erscheint FFP2 als guter Kompromiss für Menschen, die im Rahmen ihrer Berufsausübung viele Kontakte zu anderen Menschen haben. Lehrer, Verkäufer, manche Handwerker auch. Die FFP2-Masken werden teils zu stolzen Preisen gehandelt. Wer ein Exemplar ersteht, das manchmal jenseits der Fünf-Euro-Marke liegt, bekommt oftmals vom Apotheker den Hinweis, dass die Maske nicht waschbar sei. Sie müsse nach dem Gebrauch entsorgt werden.

Den „Gebrauch“ wiederum regelt das Robert Koch-Institut (RKI): „Gemäß Vorgaben des Arbeitsschutzes ist die durchgehende Tragedauer von FFP2-Masken bei gesunden Menschen begrenzt – in der Regel 75 Minuten mit folgender 30-minütiger Pause – um die Belastung des Arbeitnehmers durch den erhöhten Atemwiderstand zu minimieren.“ Für manche Lehrer und Beamte im Publikumsverkehr könnte die Regelung umsetzbar sein, für viele andere Berufe ist sie in der Praxis schwierig.

Zu beachten ist: Viele FFP2-Masken sind nicht „aufbereitungsfähig“. Hersteller raten häufig selbst vom Waschen ab, weil sonst Komponenten ihrer Maske, die den Schutz gewährleisten, beschädigt werden könnten. Die Sorge treibt auch den Bundesverband der Pneumologen, Schlaf- und Beatmungsmediziner e.V. um. „Besonders bei den Herstellern, die erst kürzlich auf Masken umgesattelt haben, ist die Qualitätskontrolle oft noch ausbaufähig“, sagt eine Sprecherin des Verbands diplomatisch im Gespräch mit idowa: „Eine Zeitlang kam es darauf an, überhaupt zu produzieren, ohne jede Norm. Es machen derzeit sehr viele Firmen Masken, im In- und Ausland. Ich bin mir sicher, alle meinen es gut, aber gut gemeint ist halt nicht gut gemacht.“

Als Faustregel gelte: Wenn eine Maske ganz ohne Einnäher-Marke oder irgendein anderes Siegel kommt, ist Vorsicht geboten. Ware, die nicht zum Hersteller zurückverfolgt werden kann, sollten Bürger auf der Suche nach Masken tunlichst meiden. Hinter diesen Produkten können alle Arten von Trittbrettfahrern aus Nah und Fern stehen.

Wenn ein Etikett vorhanden ist, sollte es genau geprüft werden: „FFP2- und FFP3-Masken gelten in Zeiten der Corona-Pandemie als vergleichsweise sicherer Schutz. Die Masken sind allerdings auch teuer, wenn man bedenkt, dass sie prinzipiell für den einmaligen Gebrauch hergestellt wurden“, schreibt ein großes deutsches Verbraucherportal. Nur wenige im Handel erhältliche Modelle seien als wiederverwendbar gekennzeichnet. Die meisten der FFP2-Masken sind tatsächlich OP-Ware, einmal auf und dann in den Müll.

Das Robert Koch-Institut verweist bei FFP2-Masken auf die spezielle Handhabung, die nötig ist, um das gewünschte Sicherheitsniveau, also Fremd- und Selbstschutz, zu erzielen: „Der Schutzeffekt der FFP2-Maske ist nur dann umfassend gewährleistet, wenn sie durchgehend und dicht sitzend getragen wird“, heißt es im offiziellen Corona-Leitfaden des Robert Koch-Instituts (RKI). Und weiter: Deswegen „werden FFP2-Masken nicht zur privaten Nutzung empfohlen“.

Demnach scheint die Empfehlung für die meisten Einsatzzwecke im Alltag weiterhin in Richtung der klassischen OP-Masken oder auch der Community-Masken zu gehen. 

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