Vertrag bei NawaRo verlängert Dreblow: "Abgesagte Playoffs? Motivation ist umso höher!"

Sophie Dreblow wird auch kommende Saison im NawaRo-Trikot jubeln. Foto: fotostyle-schindler.de

Libera Sophie Dreblow spricht im Interview unter anderem über ihre Vertragsverlängerung bei NawaRo Straubing.

Die nächste Leistungsträgerin bleibt! Nach Kapitän Magda Gryka hat auch Libera Sophie Dreblow ihren Vertrag beim Volleyball-Bundesligisten NawaRo Straubing verlängert. Im idowa-Interview spricht sie über die Gründe dafür, ihre Verletzung in der vergangenen Saison und die Motivation, die Playoffs erneut zu erreichen.

Frau Dreblow, wo erreichen wir Sie aktuell?
Sophie Dreblow: Ich bin zurzeit bei meinen Eltern in Potsdam.

Wie darf man sich Ihren Alltag im Moment vorstellen?
Dreblow: Ich versuche, früh zwischen 7.30 und 8 Uhr aufzustehen, um dem Tag eine gewisse Struktur zu geben. Dann frühstücke ich mit meinen Eltern und mache anschließend etwas für die Uni. Wenn man dann so lange am Laptop sitzt, dann will man nachmittags auch raus, dann mache ich eine Sporteinheit. Ich fahre viel Fahrrad, hier in der Gegend haben wir tolle Seen und die Umgebung ist einfach super schön. Abends habe ich dann frei.

Sie studieren Heilpädagogik. Wie sehr hilft ein Studium in Zeiten wie diesen, in denen man dem Beruf als Sportlerin nicht wie gewohnt nachgehen kann?
Dreblow: Ich bin schon froh, dass ich das Studium habe. Jetzt habe ich viel Zeit dafür, das ist während einer Saison nicht immer der Fall. Da ich ein Fernstudium mache und das ohnehin online stattfindet, ist es für mich derzeit auch keine Umstellung, das von zu Hause aus zu machen.

Haben Sei bei Ihrem Trainingsplan Vorgaben vom Verein?
Dreblow: Unser Athletiktrainer Andreas Wallner hat uns schon etwas geschickt, ich mache aber auch gerne etwas extra. Ab und zu gehe ich auch Laufen, auch wenn ich das nicht so gerne mache. Ich schaue auch mal im Internet nach Übungen, kenne aber auch noch viele vom Training während der Saison.

Ist das Training aktuell vergleichbar mit den Vorjahren, ohne die Corona-Situation?
Dreblow: Es ist schon ein Unterschied. Man macht zwar immer eine kleine Pause, aber nicht über Monate hinweg, man muss ja fit bleiben. Nun kann man nur mit dem eigenen Körpergewicht arbeiten, das ist schon anders als sonst.

Mit dem Training bereiten Sie sich auf eine weitere Saison bei NawaRo Straubing vor, Sie haben Ihren Vertrag verlängert. Warum?
Dreblow: Der Hauptgrund war, dass Bene Frank als Trainer geblieben ist. Ich komme mit ihm gut klar und er bringt uns alle weiter. Ich habe in der letzten Saison ja verletzungsbedingt auch einige Spiele verpasst. Deshalb ist es für meine Entwicklung nochmal gut, in Straubing Selbstvertrauen zu tanken. Mir gefällt es in Straubing, ich habe eine schöne Wohnung und Freunde gefunden. Es passt einfach sportlich und privat.

Nach zwei Saisons in Straubing: Was macht NawaRo für Sie speziell?
Dreblow: Unser Slogan "Jung, talentiert, erstklassig" ist wirklich zutreffend. Wenn man nur sieht, dass wir auch eine so junge Spielerin wie Valbona Ismaili im Team haben. Bei uns sind viele, die noch unerfahren sind, sich entwickeln und den nächsten Schritt machen. Das ist der guten Arbeit des Vereins und von Bene zu verdanken. Gut ist zudem, dass uns der Verein ermöglicht, uns auch ein Standbein neben dem Sport aufzubauen, sei es durch eine Ausbildung oder ein Studium wie in meinem Fall. Da finden wir immer Kompromisslösungen, um beides hinzubekommen.

Mit Julia Schaefer, Lena Große Scharmann und Tionna Williams stehen drei Abgänge von Stammspielerinnen bereits fest. Mit Blick auf die nächste Saison wird man sich auf einen Umbruch einstellen müssen.
Dreblow: Das ist im Sport aber auch normal, dass es immer wieder Wechsel gibt. Gerade bei einem Club, der Spielerinnen entwickeln will. Das spricht ja auch für die gute Arbeit. Mit Lena habe ich mich super verstanden, wir haben uns eine Wohnung geteilt. Für sie ist es nach den Leistungen in Straubing ein guter und verständlicher Schritt in die Heimat und zu einem Top-Verein. Bei Julia haben wir es intern mitbekommen, dass sie während der Saison zu kämpfen hatte. Trotz Schmerzen hat sie das durchgezogen und war eine Bereicherung für uns. Der Schritt jetzt ist völlig verständlich. Bei ausländischen Spielerinnen wie Tionna, die eine gute Saison spielen, ist es auch oft so, dass sie dann den nächsten Schritt machen wollen. Mit Magda Gryka und mir bleiben aber auch schon mal zwei Stammspielerinnen, das kann schon mal eine gute Basis sein. Dann vertraue ich voll auf Bene, dass er wieder eine gute Mannschaft zusammenstellt, in der die Harmonie untereinander passt und es Spaß macht, zu spielen.

Noch ist aufgrund der Corona-Situation allerdings ungewiss, wann wieder gespielt werden kann. Beschäftigen Sie sich mit der Frage?
Dreblow: Klar. Normalerweise beginnt im August die Vorbereitung und im Oktober die Saison. Ich bin gespannt, wie es dieses Jahr aussieht und was passiert. Ich gucke auch immer wieder im Internet, ob es neue Infos gibt. Wir Spielerinnen können letztlich nur abwarten und die Situation verfolgen. Ich hoffe, dass wir wie geplant spielen können, aber die Gesundheit geht ganz klar vor.

Wären für Sie Geisterspiele wie im Fußball auch im Volleyball denkbar?
Dreblow: Das wäre nur sehr schwer vorstellbar. Auch im Fußball will das ja niemand. Es ist einfach ein riesiger Unterschied, ob Zuschauer da sind oder nicht. Gerade bei uns hat man letzte Saison gesehen, was ein Heimvorteil mit den Fans im Rücken wert sein kann. Wir waren eine kleine Macht zu Hause. Wenn es nicht anders geht, sind Geisterspiele vielleicht eine Option. Ich weiß aber nicht, ob das für die Vereine tragbar wäre.

Wegen Corona konnten Sie vergangene Saison auch die erreichten Playoffs nicht spielen. Wie sehr schmerzte das nach dieser tollen Saison?
Dreblow: Das war sehr schade und wir waren auch echt traurig. Es war schon in den Tagen davor absehbar, dass es so kommen könnte, auch andere Ligen haben ja die Saison abgebrochen. Letztlich muss man vernünftig sein und das auch akzeptieren. Bitter war es aber schon, nachdem wir uns so durch die Saison gebissen hatten mit einigen Verletzten und die Playoffs erreicht haben. Aber dadurch ist die Motivation umso höher, die Playoffs nächste Saison wieder zu erreichen.

Wann haben Sie das erste Mal gespürt, dass mit der Mannschaft eine Menge möglich ist?
Dreblow: Das war schon relativ bald im Training. Wenn man zum Beispiel Ragni Steen Knudsen im Angriff gesehen hat. Da war schon klar: Da ist ordentlich Power dahinter. In den Testspielen hatten wir ein gutes Gefühl, aber sicher kann man sich nie sein. Gegen Wiesbaden haben wir dann beim 3:0 gleich einen Top-Start hingelegt...

...bei dem Sie sich verletzt haben...
Dreblow: Das stimmt. Ich bin früh in der Partie umgeknickt. Aber ich wollte unbedingt weiterspielen und hab mir gedacht: Du kannst jetzt nicht vom Feld gehen. Wir hatten die ganze Saison über Ausfälle, aber dadurch sind wir als Mannschaft nur noch mehr zusammengewachsen. Wir haben die "Pflichtsiege" eingefahren und als wir das Derby gegen Vilsbiburg daheim gewonnen haben, habe ich mir das erste Mal gedacht: Das kann echt klappen mit den Playoffs.

Was nehmen Sie für sich aus der Saison mit?
Dreblow: Dass ich beim Jubeln nicht mehr so springe, dass ich mich verletzte (lacht). Ich hatte davor noch nie eine Verletzung, sodass ich wirklich ausgefallen bin. Die Verletzung war anfangs auch nicht so schlimm. Erst als ich das zweite Mal umgeknickt bin, fiel ich länger aus. Das war dann eine intensive Zeit. Ich war aber auch oft beim Balltraining und habe zum Beispiel die Bälle eingesammelt. Mit meiner Anwesenheit wollte ich die Mannschaft moralisch unterstützen. In der zweiten Saisonhälfte konnte ich dann gut zurückkommen.

Machen Sie die Erfahrungen der Saison stärker für die Zukunft?
Dreblow: Auf jeden Fall. Aus einer Verletzung kommt man immer stärker zurück. So eine Erfahrung kann sehr helfen.

Wie blicken Sie nun auf die anstehende Saison, sofern sie normal gespielt werden kann, voraus?
Dreblow: Ich hoffe zunächst, dass sie so normal wie möglich stattfindet, dass unsere Zuschauer in die Halle kommen dürfen. Dann müssen wir abwarten, wie das Team aussehen wird, da weiß ich bislang noch nicht so viel. Haben wir wieder so viele junge Spielerinnen? Dann ist Konstanz oft eine wichtige Frage. Ich selbst will stabil spielen und der Mannschaft Sicherheit geben und hoffe, dass wir als Team wieder die Playoffs erreichen können.

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