Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht will in ihrem Ministerium viel bewegen. Soldaten, die nicht so ausgerüstet sind, wie sie es sein sollten, "das darf es nicht mehr geben", sagt die SPD-Politikerin im Interview mit unserer Redaktion. Durch das 100-Milliarden-Sondervermögen soll die Truppe ihre Verpflichtung endlich so umsetzen können, wie es erforderlich sei - besonders bei der Landes- und Bündnisverteidigung.

Frau Lambrecht, zuletzt haben wir Sie als Justizministerin gesprochen, damals hatten wir den Eindruck, Sie würden Ihre politische Karriere auslaufen lassen. Jetzt stehen Sie als Verteidigungsministerin einem grausamen russischen Angriffskrieg in einem europäischen Land gegenüber. Bereuen Sie Ihren Entschluss, weiterzumachen?

Christine Lambrecht: 23 Jahre Abgeordnete, das bedeutet auch 23 Jahre Pendeln zwischen Wahlkreis und Berlin. Nur dagegen habe ich mich entschieden. Aber ich bin und bleibe ein politischer Mensch und natürlich ist das ein großer Vertrauensbeweis, wenn der Kanzler fragt, ob man gerade dieses Ressort übernehmen möchte. Und nein, ich habe es nicht bereut. Ich habe ein Ministerium übernommen, in dem man unglaublich viel bewegen kann und auch bewegen muss und genau das will ich tun.

Sie haben vor allem eine Bundeswehr übernommen, die marode ist. Nach dem Ukraine-Schock wurden 100 Milliarden Euro für die Erneuerung bereitgestellt. Reicht das überhaupt?