Versicherungen Einbruch der Finanzmärkte kommt Munich Re teuer zu stehen

Das Logo des Rückversicherers Munich Re. Foto: Lino Mirgeler/dpa/Archivbild

In normalen Zeiten wäre es ein gutes Halbjahr für die Munich Re gewesen: Niedrige Schäden trotz unsicherer Weltlage. Doch der Einbruch der Finanzmärkte kostet mehr als das eigentliche Versicherungsgeschäft hinzugewinnt.

Der Einbruch der Finanzmärkte hat dem Rückversicherer Munich Re einen herben Gewinneinbruch beschert. Im ersten Halbjahr ging der Nettoüberschuss im Jahresvergleich um fast 19 Prozent auf knapp 1,4 Milliarden Euro zurück, obwohl das eigentliche Versicherungsgeschäft gut lief. Hauptursache waren die von Ukraine-Krieg, Energiekrise und Inflation ausgelösten Turbulenzen an den Finanzmärkten. Vorstandschef Joachim Wenning hält aber am diesjährigen Gewinnziel von 3,3 Milliarden Euro fest, wie der Manager bei einer Pressekonferenz sagte.

Wenning und Finanzvorstand Christoph Jurecka betonten allerdings, dass diese Prognose angesichts der derzeitigen Mehrfachkrise unter erhöhtem Vorbehalt steht. Im ersten Halbjahr legte die Munich Re für Schäden infolge des Ukraine-Kriegs rund 200 Millionen Euro zurück. Ohne die Kursrückgänge an den Finanzmärkten wäre das erste Halbjahr für Wenning und seine Vorstandskollegen sehr erfreulich verlaufen: Die Beitragseinnahmen in Rück- und Erstversicherung legten um 12 Prozent auf 32,6 Milliarden zu.

Da gleichzeitig die Schäden niedrig waren, schoss das Ergebnis des Versicherungsgeschäfts um über 60 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro in die Höhe. Wenning nannte das "sehr solide". Doch bei den Kapitalanlagen ging es genau in die andere Richtung: Das Kapitalanlageergebnis sank um 46 Prozent auf knapp 2 Milliarden Euro. Die Frankfurter Börse reagierte erfreut, die Munich Re-Aktie legte kräftig zu.

Die Munich Re ist einer der weltgrößten Rückversicherer - das sind die Unternehmen, bei denen Erstversicherer wie die Allianz oder die Generali sich ihrerseits versichern. Dieser Markt war jahrelang schwierig, weil die Rückversicherer bei den Erstversicherern keine Preiserhöhungen durchsetzen konnten.

Doch die Serie schwerer Naturkatastrophen in den vergangenen Jahren und die Inflation ziehen steigende Preise nach sich, in der Branche "Verhärtung" genannt. "Wir ernten weiter die Margen des Hartmarkts und bauen unser Geschäft profitabel aus", sagte Wenning dazu. Für Otto Normalverbraucher bedeutet ein "Hartmarkt", dass viele Versicherungspolicen teurer werden.

Die Munich Re ist mir ihrer Düsseldorfer Tochtergesellschaft Ergo im Erstversicherungsgeschäft tätig. Deren Beitragseinnahmen überstiegen mit einem Plus von 5,6 Prozent die Grenze von zehn Milliarden Euro, allerdings verbuchte die Ergo in ihren einzelnen Sparten schlechtere Ergebnisse.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

 
 
 

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