Vermeintliche Vermisstensuche in Passau Urlaubsreise führt zu internationalem Polizeieinsatz

Hier finden Sie Hinweise der Polizei zu vermeintlichen Vermisstenfällen (Symbolbild). Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild/dpa

Die Passauer Kriminalpolizei suchte seit Montag in einem Großeinsatz nach einer vermisst gemeldeten 24-Jährigen. Wie sich später herausstellte, war sie nur in den Urlaub gefahren. Nun gibt die Polizei Hinweise zum Umgang mit vermeintlichen Vermisstenmeldungen.

Am 16. Mai hatte ein Bekannter die Frau als vermisst gemeldet. Außerdem gab eine Freundin an, dass sie womöglich Opfer einer Straftat geworden sei. Die Passauer Kripo übernahm die Ermittlungen. 

Einem Chatprotokoll konnten die Beamten entnehmen, dass die 24-Jährige über ein Dating-Portal einen Mann kennengelernt hatte, und dann gegen ihren Willen nach Italien unterwegs sei. Die Bekannten der Frau verbreiteten Vermisstenmeldungen über soziale Medien. Was dort veröffentlicht wurde, konnten die Beamten nicht bestätigen oder ausschließen. Also riefen sie eine Ermittlungsgruppe ins Leben.

Über das bayerische Landeskriminalamt und das Bundeskriminalamt starteten sie umfangreiche Ermittlungen, unter anderem auch in der Schweiz und in Italien. Sowohl die Verhandlungsgruppe als auch die neu gegründete polizeiliche Betreuungsgruppe waren im Einsatz und kümmerten sich um die besorgten Angehörigen. Im Verlauf der weiteren intensiven und umfangreichen Ermittlungen ist es schließlich gelungen, telefonischen Kontakt zu der 24-Jährigen herzustellen. Sie wurde gebeten, sich bei der Polizei vor Ort zu melden. Am 17. Mai, gegen 21 Uhr, erklärte sie der Polizei im italienischen Salerno, dass sie nur eine "Auszeit" gebraucht habe. Sie ist wohlauf und mittlerweile auch wieder zu Hause.

Hinweise

Was macht die Polizei, um vermisste Personen schnellstmöglich wiederzufinden? "Wir werden zur Abwehr von Gefahren für Gesundheit, Leib oder Leben die gesamte Bandbreite an zielführenden und sinnvollen Maßnahmen ausschöpfen. Als Bayerische Polizei greifen wir auf einen umfangreichen Erfahrungsschatz zurück, um alle tatsächlich wirkungsvollen Maßnahmen bei der Suche nach vermissten Personen einzusetzen", teilte die Polizei in diesem Zusammenhang schriftlich mit. "Wir werden alle Möglichkeiten, auch technische, zur Auffindung prüfen und gegebenenfalls in die Wege leiten. Beachten Sie jedoch bitte, dass es sich hierbei um rechtlich und technisch sehr komplexe Vorgänge handelt, die nicht in jedem Fall möglich oder zielführend sind."

Daher solle man nicht eigenständig eine Vermisstensuche „posten“. Wie der vorliegende Fall gezeigt habe, werden häufig eigenständig und ohne Rücksprache mit der Polizei die Suche nach Vermissten auf den Social Media Kanälen veröffentlicht. "Hiervon raten wir ab!", so die Polizei weiter. 

Die Suche von vermissten Personen über Social Media könne ein wertvolles und geeignetes Instrument bei der Suche nach vermissten Personen sein. Auch hier gelte jedoch, sorgsam Nutzen, Risiken und Gefahren abzuwägen. "Über die polizeilichen Social-Media-Kanäle stehen uns reichweitenstarke Social-Media-Profile zur Verfügung, die immer dann bei der Suche nach vermissten Personen zum Einsatz kommen, wenn es sinnvoll und zielführend ist. Auch hier werden wir als Polizei von uns aus – nach Rücksprache mit Ihnen – tätig."

Aufgrund der gut vernetzten polizeilichen Social-Media-Accounts erreichen veröffentlichte Beiträge regelmäßig hunderttausende Menschen. "Wenn durch unsere bayerischen Polizei-Accounts ein entsprechender Beitrag veröffentlicht wurde, können Sie bei der Verbreitung helfen, indem Sie diesen Beitrag teilen."

Weitere Informationen gibt es auf der Website des Bundeskriminalamts.

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