Verkehr Unfallgefahren zu Beginn der Motorradsaison besonders hoch

Joachim Herrmann (CSU) spricht. Foto: Angelika Warmuth/dpa/Archivbild

Motorradfahrer machten in Bayern im vergangenen Jahr ein Viertel der Verkehrstoten aus. Innenminister Joachim Herrmann ruft deshalb zu Beginn der Biker-Saison zur Rücksichtnahme auf. Währenddessen könnte sich die SPD-Fraktion eine neue Lösung gegen Lärmsünder vorstellen.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann ruft die Verkehrsteilnehmer mit der beginnenden Motorradsaison zu mehr gegenseitiger Rücksichtnahme auf. "2021 starben 108 Motorradfahrer bei Unfällen auf Bayerns Straßen, viel zu viele. Gerade zu Saisonbeginn sind die Unfallgefahren besonders hoch", sagte der CSU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur.

Auch Autofahrer müssten sich erst wieder daran gewöhnen, dass vermehrt Motorradfahrer unterwegs sind. Vor allem beim Abbiegen und Überholen sei besondere Vorsicht gefordert, sagte der Minister. "Insgesamt brauchen wir mehr Vernunft bei Motorradfahrern, eine höhere Aufmerksamkeit bei Autofahrern und eine noch bessere gegenseitige Rücksichtnahme."

Die Zahl der im Straßenverkehr getöteten Motorradfahrer ist zuletzt zwar gesunken - machte 2021 aber immerhin fast ein Viertel der getöteten Verkehrsteilnehmer in Bayern aus. Um Rowdys aus dem Verkehr zu ziehen, gibt es unter anderem spezielle "Motorradkontrollgruppen" und Präventionsveranstaltungen.

Auf die Frage, wie man manchen, teils extra laut fahrenden, Motorradfahrern entgegenwirken wolle, antwortete Herrmann: "Es gibt immer wieder schwarze Schafe, die absichtlich laut durch Ortschaften oder kurvenreiche Straßen fahren. Den großen Unmut vieler Anwohner an beliebten Motorradstrecken kann ich sehr gut nachvollziehen."

Bayern setze hier vor allem auf verstärkte Kontrollen. "Dabei haben wir gezielt die Motorradfahrer im Visier, die bewusst und rücksichtslos mit hoher Drehzahl oder nicht zugelassenen oder manipulierten Auspuffanlagen durch die Ortschaften brettern." Die "Motorradkontrollgruppen" seien dafür speziell ausgebildet und mit Schallpegelmessgeräten ausgestattet.

Der Mobilitätsexperte der Grünen im Landtag, Markus Büchler, sieht noch Nachholbedarf bei den Kontrollen: "An kritischen Stellen wie einigen kurvenreichen Alpenstraßen, die Gefahren und Lärmbelästigung hervorrufen, muss die Polizei konsequenter kontrollieren und Verstöße ahnden, damit ein auskömmliches Miteinander funktioniert." Auch er ruft Motorradfahrer zu einem leisen und vorsichtigem Fahrverhalten auf.

Die verkehrspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Inge Aures, sagte, dass immer wieder Petitionen von lärmgeplagten Anwohnern den Verkehrsausschuss erreichen. Das A und O sei gegenseitige Rücksichtnahme, sie könnte sich aber auch vorstellen, dass an "besonders lärmintensiven Strecken und dort, wo gerne schnell gefahren wird" auch neuartige Lärmblitzer zum Einsatz kommen könnten.

"Das muss man aber vor Ort klären. Keinesfalls sollte dies zur Gängelung der rücksichtsvollen Motorradfahrer werden", betonte Aures. Lärmblitzer werden zum Beispiel in Frankreich eingesetzt - zumindest testweise. Sie lösen aus, wenn ein Fahrzeug zu laut ist. 

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

 
 
 

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