Verkehr In Bad Birnbach kommt der Bus auf Abruf

Ein fahrerloser Bus steht im Ortskern. Foto: Armin Weigel/dpa/Archivbild

Zum Arzt, ins Hotel oder zum Betreuten Wohnen - in Bad Birnbach bringt ein autonom fahrender Bus Einheimische und Touristen künftig fast von Tür zu Tür. Das Streckennetz umfasst 20 Haltepunkte.

Seit fünf Jahren pendelt ein autonom fahrender Minibus im niederbayerischen Bad Birnbach (Landkreis Rottal-Inn) zwischen der Ortsmitte und dem außerhalb gelegenen Bahnhof. Das Pilotprojekt ist jetzt erweitert worden: Auf Abruf fahren zwei der elektrisch betriebenen Fahrzeuge 20 weitere Haltepunkte abseits der etablierten Pendelstrecke an. Bürger und Besucher können den Bus mittels Handy-App oder Telefon bestellen. Damit soll in Bad Birnbach aber noch nicht Schluss sein: Viktor Gröll, Leiter der Kurverwaltung, hat noch eine ganz andere Vision.

Insgesamt drei autonom fahrende Minibusse sind in dem Kurort nun im Einsatz. Auf der bewährten Pendelstrecke bringt ein Fahrzeug die Menschen mit 18 Stundenkilometern vom Bahnhof zur Therme und auf den Markt. Ein Fahrer ist zur Sicherheit aber immer noch an Bord. Er könnte in kritischen Situationen eingreifen. Zwei Busse sind seit Montag auf Abruf unterwegs.

Zu den 20 neuen Haltepunkten gehören neben Hotels auch der Ortskern, die Kirche, Schule, Feuerwache und eine Anlage für Betreutes Wohnen. "Genau darum geht es: soziale Teilhabe", sagt Gröll. Gerade Menschen, die nicht mehr so mobil sind, sollen angesprochen werden. Er hofft, dass auch Senioren sich nicht scheuen, die App herunterzuladen, um den Bus bestellen zu können. Jedoch gebe es zusätzlich die Möglichkeit, das per Telefon zu tun. Der Bus könne allerdings nicht innerhalb der nächsten Minute da sein, der Kunde bekomme Termine vorgeschlagen, zu denen der Bus am gewünschten Ort sein kann.

Am Montag, dem ersten Tag, habe die App noch nicht 100-prozentig funktioniert. Die Startschwierigkeiten sollten aber bald gelöst sein. Wenn sich der Verkehr-auf-Abruf gut einspiele, könnte das Projekt erneut erweitert werden, sagt Gröll. Bad Birnbach habe 5800 Einwohner in 85 Ortsteilen, verteilt auf eine Fläche von 70 Quadratkilometern. Diese Ortsteile mit einem 56-Sitze-Bus abzufahren, sei wenig sinnvoll. Ihm schwebt vielmehr vor, hierfür weitere autonom fahrende Elektro-Minibusse einzusetzen.

Das größte Problem auf der bisherigen Pendelstrecke seien Falschparker oder Lieferanten, die am Straßenrand halten. Um diese Hindernisse müsse der Bus herumgesteuert werden. Lediglich einen Unfall habe es gegeben, und der sei glimpflich ausgegangen: Da sei ein Fahrer beim Ausparken gegen den bereits stehen gebliebenen Elektrobus geprallt.

Insgesamt habe sich das Projekt etabliert, der große Hype habe nachgelassen, sagt Verena Hanner von der Kurverwaltung. Allerdings gebe es schon noch Menschen, die den Bus quasi herausfordern wollen: Die Leute träten ganz an den Bus heran, um zu schauen, wie der reagiert. Aber die Sensoren seien sehr sensibel eingestellt, sodass das Fahrzeug auch rechtzeitig stehen bleibe. "Der Bus stoppt für alles und jeden, auch für Igel", sagt Gröll.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

 

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