Verkehr Bahnstreik legt große Teile Großbritanniens lahm

Wie ausgestorben: der Bahnhof King's Cross St. Pancras am zweiten Tag des landesweiten Streiks. Foto: James Manning/PA Wire/dpa

Pendler und Reisende brauchen in Großbritannien weiterhin viel Geduld. Nur jede fünfte Zugverbindung findet statt.

Zehntausende Mitarbeiter britischer Bahnbetreiber sowie Angestellte des Streckenbetreibers Network Rail haben am Donnerstag zum zweiten Mal in dieser Woche die Arbeit niedergelegt. Sie fordern mehr Geld, eine Rücknahme geplanter Jobstreichungen und bessere Arbeitsbedingungen.

Für Pendler und Reisende bedeutete das erhebliche Einschränkungen. Jede fünfte Zugverbindung finde statt, und etwa die Hälfte des Streckennetzes werde nicht genutzt, meldete die Nachrichtenagentur PA.

Forderung und Angebot klaffen auseinander

Die Gewerkschaft RMT fordert sieben Prozent mehr Geld für ihre Mitglieder. Die Arbeitgeber wollen maximal drei Prozent geben. Hintergrund ist, dass die Inflationsrate in Großbritannien bei mehr als neun Prozent liegt und weiter steigen könnte.

Zudem fordert die Gewerkschaft, dass Network Rail Pläne zurücknimmt, wonach 2500 Jobs gestrichen werden sollen. Eine Einigung zeichnet sich nicht ab. Weitere Streiks seien daher wahrscheinlich, sagte RMT-Chef Mick Lynch dem Sender Sky News zufolge. Der nächste Streik war für Samstag angekündigt.

Kritik an der Regierung

Lynch warf der Regierung von Premierminister Boris Johnson zudem vor, die Gespräche zu untergraben. Network Rail ist ein staatseigenes Unternehmen. Die Regierung entziehe sich direkten Gesprächen, beschneide aber den Spielraum der Geschäftsführung soweit, dass eine Einigung bisher unmöglich gewesen sei.

Die Regierung kündigte unterdessen eine Gesetzesänderung an, um Bahnbetreibern den Einsatz von Zeitarbeitskräften an Streiktagen zu ermöglichen. Arbeitsrechtsexpertin Kate Bell von der Gewerkschaft TUC warf der Regierung vor, die Sicherheit von Bahnreisenden und Menschen in anderen Bereichen mit dem "zynischen" Schritt in Gefahr zu bringen, sollte unzureichend geschultes Personal zum Einsatz kommen.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

 

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