Verkehr Bahn deutet "andere Einschätzungen" zur Stammstrecke an

Der Schriftzug mit Logo steht an der Zentrale der Deutschen Bahn. Foto: Fabian Sommer/dpa/Symbolbild

Die Deutsche Bahn (DB) beurteilt den Zeitplan und die Kostenentwicklung beim Bau der zweiten S-Bahn-Stammstrecke in München offenbar anders als das bayerische Verkehrsministerium. Die Werte beruhten auf den Schätzungen einer Projektbegleitungsmannschaft des Ministeriums, sagte der DB-Konzernbevollmächtigte in Bayern, Klaus-Dieter Josel, am Mittwoch im Münchner Stadtrat. Man sei im Gespräch, die Bahn habe aber "gewisse andere Einschätzungen".

Konkrete Zahlen nannte Josel nicht. Er verwies einmal mehr auf Anfang Oktober, wenn die Bahn ihren neuen Kosten- und Nutzenplan vorstellen will. Im Münchner Plenum sorgte das für Unmut. Der Stadtrat sei absolut unzufrieden, sagte Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD). Manfred Pretzl (CSU) nannte es vollkommen inakzeptabel für die Münchner und die vielen Pendler aus dem Umland von der Fertigstellung erst 2037 zu sprechen. Für sie sei die S-Bahn das zentrale Verkehrsmittel. Zudem hingen viele Projekte elementar von der neuen Stammstrecke ab.

Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) befürchtet, dass die Kosten für den Bau der zweiten S-Bahn-Röhre quer durch die Münchner Innenstadt von 3,85 auf bis zu 7,2 Milliarden Euro steigen könnten. Zudem könnte sich die Inbetriebnahme von 2028 auf 2037 verzögern, hatte er kürzlich erklärt.

Auf das Treffen mit der Bahn hatte die Stadt schon länger gewartet. Wegen einer Verzögerung in der Tagesordnung blieben allerdings nur noch knapp 20 Minuten, in denen sich Josel äußern konnte. Im Anschluss musste er weiter in die Staatskanzlei, wo um 13.00 Uhr Ministerpräsident Markus Söder (CSU) Bahn-Chef Richard Lutz erwartete. Auch Reiter, Bernreiter und Landräte waren geladen.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

 
 
 

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