Bei "verbotenen Kraftfahrzeugrennen" denkt man zunächst an halbstarke Auto-Poser, die sich mit aufgemotzten Karossen ein dröhnendes Kräftemessen liefern. Der sogenannte Raser-Paragraf 315d im Strafgesetzbuch war 2017 jedoch auch wegen der sich häufenden Fälle von "Rennen gegen sich selbst", also Fahrten mit weit überhöhter Geschwindigkeit ohne Beteiligung anderer eingeführt worden.

Wegen eines solchen Falls verurteilte das Straubinger Schöffengericht einen 37-jährigen Maschinenbauingenieur aus Baden-Württemberg zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten. Besonders tragisch: Als Folge der Fahrt mit 170 Sachen auf einer kleinen Gemeindeverbindungsstraße in der Nähe von Mallersdorf ist einer der beiden Mitfahrer ums Leben gekommen.

Lars B. (Name geändert) ist ein strafrechtlich unbescholtener und in seinem Beruf erfolgreicher junger Mann, der selbst schwer an den Folgen seiner Tat trägt. Bereits bei der Verlesung der Anklageschrift bricht er in Tränen aus, und auch seine ersten Einlassungen bringt er nur schluchzend hervor.