Christentum Ostern: Papst ruft zu Versöhnung und Kriegsende auf

Fordert ein Ende der Kämpfe in der Ukraine auf: Papst Franziskus. Foto: Andrew Medichini/AP/dpa

Papst Franziskus feierte das Osterfest fast wieder so wie vor Beginn der Pandemie - zwischen Massen von jubelnden Gläubigen. Angesichts des Ukraine-Krieges sprach er von einem «Ostern des Krieges».

Papst Franziskus hat erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie wieder Ostern mit Zehntausenden Gläubigen gefeiert. Dabei nutzte er das Fest, um zum Ende des Krieges in der Ukraine aufzurufen.

"Zwist, Kriege und Streitigkeiten mögen dem Verständnis und der Versöhnung weichen", sagte das katholische Kirchenoberhaupt am Ostermontag vor zahlreichen Gläubigen auf dem Petersplatz in Rom.

Der Kriegsschatten lag auch über dem Osterfest der evangelischen und katholischen Christen in Deutschland. Einige Bischöfe bestärkten die Gläubigen darin, angesichts des Krieges und weiterer Krisen nicht die Hoffnung zu verlieren. In Stuttgart ermutigte der evangelische Landesbischof Frank Otfried July die Menschen, für das Leben und den Frieden einzutreten. Die Auferstehung Jesu an Ostern sei "die Botschaft der Hoffnung überhaupt", sagte der Limburger Bischof und Vorsitzende der Katholischen Bischofskonferenz, Georg Bätzing.

Emotionale Friedensappelle des Papstes

Unter dem Eindruck von "zu viel Blutvergießen, zu viel Gewalt" in der Ukraine nutzte Papst Franziskus die Feiern zum Tod und der Auferstehung Jesu Christi für emotionale Friedensappelle. Wie schon bei der Kreuzwegandacht am Freitagabend am Kolosseum in Rom und der Osternacht im Petersdom geißelte der Pontifex auch bei der großen Messe am Sonntag auf dem Petersplatz die furchtbaren Kämpfe auf der Welt - er sprach von einem "Ostern des Krieges".

Zuletzt stand eine Papst-Reise nach Kiew im Raum. Auch der Pontifex bestätigte eine solche Überlegung. Der von Franziskus in die Ukraine entsandte Kardinal Konrad Krajewski erklärte jedoch am Ostersonntag im "Corriere della Sera": "Der Heilige Vater kann derzeit nicht persönlich zu Besuch kommen." Dreimal fuhr der Leiter der Almosenverwaltung bereits in das Kriegsland. Am Karfreitag betete er nahe Kiew vor einem Massengrab.

Bei der Karfreitagsprozession am Kolosseum sorgte eine Friedensgeste für den emotionalen Höhepunkt: eine Frau aus der Ukraine und eine Russin trugen gemeinsam das Kreuz. Im Vorfeld sorgte das für Kritik, weil der für die Station geplante Text in den Augen ukrainischer Geistlicher unpassend war und den Aggressor Russland verharmloste.

Bürgermeister von Melitopol im Petersdom

In der Osternacht am Karsamstag saß Iwan Fedorow im Petersdom - der Bürgermeister der Stadt Melitopol am Schwarzen Meer, der von den Russen entführt und erst im Zuge eines Gefangenenaustausches wieder freigelassen wurde. "Wir alle beten mit Euch und für Euch", sagte Franziskus am Ende seiner Predigt, als er sich direkt Fedorow zuwandte, "in dieser Dunkelheit, in der Ihr lebt, der Dunkelheit des Krieges, der Grausamkeit".

"Man höre auf, die Muskeln spielen zu lassen, während die Menschen leiden", betete der Papst vor rund 100 000 Gläubigen bei seiner Osterbotschaft und dem Segen "Urbi et Orbi" (der Stadt und dem Erdkreis) am Ostersonntag. Anders als seit der Corona-Pandemie fuhr der Pontifex wieder im Papamobil an jubelnden Massen vorbei und feierte den Kreuzweg wieder mit vielen Gläubigen am Kolosseum statt wie in den vergangenen zwei Jahren einsam auf dem Petersplatz. Corona-Einschränkungen gab es in diesem Jahr zu Ostern kaum.

Papst Franziskus machten merklich seine Knieprobleme zu schaffen, und so musste er viel sitzen.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

 
 
 

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