Vatikan Missbrauchsexperte Zollner fordert Zeichen von Benedikt XVI.

Rom/München - Nach der Veröffentlichung des Gutachtens zu Missbrauchsfällen im Erzbistum München und Freising hat der Experte Pater Hans Zollner ein Zeichen von Joseph Ratzinger gefordert. "Jetzt muss etwas vom emeritierten Papst Benedikt XVI. kommen. Er muss noch mal darauf reagieren", sagte der Missbrauchsexperte der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag in Rom. Zollner ist Mitglied der 2014 eingerichteten Päpstlichen Kommission für den Schutz von Minderjährigen und fungiert damit als externer Berater für den Vatikan.

Am Donnerstag stellte die Kanzlei Westpfahl Spilker Wastl (WSW) ihr lange erwartetes Gutachten zu Fällen von sexuellem Missbrauch in München vor. "Die Zahlen sind furchtbar, aber leider nicht überraschend", erklärte Zollner. Die Gutachter werfen unter anderem Benedikt XVI. Fehlverhalten in seiner Zeit als Erzbischof von München und Freising vor. Diejenigen, die missbraucht wurden, bräuchten nun Gerechtigkeit und Zuwendung, forderte Zollner. "Für eine wirkliche Aufarbeitung sind die menschliche, psychische und spirituelle Seite wichtig. Nur dann begreift man, was mit den Opfern passiert ist." Es sei erschreckend, dass das nicht von der Kirche gesehen wurde, kritisierte der deutsche Jesuit.

© dpa-infocom, dpa:220120-99-786159/2

 

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