Vatikan Gutachter halten Dementi Benedikts für "wenig glaubwürdig"

Der emeritierte Papst Benedikt XVI winkt bei seiner Ankunft im Vatikan. Foto: Andrew Medichini/AP/dpa/dpa
Der emeritierte Papst Benedikt XVI winkt bei seiner Ankunft im Vatikan. Foto: Andrew Medichini/AP/dpa/dpa

München - Laut einem am Donnerstag vorgestellten Missbrauchsgutachten ist der emeritierte Papst Benedikt XVI. 1980 als Erzbischof von München und Freising bei einer brisanten Sitzung anwesend gewesen. In dieser Sitzung wurde entschieden, dass ein bekanntermaßen pädophiler Priester aus Essen in das Erzbistum München übernommen und wieder in der Seelsorge eingesetzt werde. Benedikt, der damalige Kardinal Joseph Ratzinger, bestreitet dies und versichert, er habe an der Sitzung nicht teilgenommen. Der Gutachter Ulrich Wastl präsentierte jedoch eine Kopie des Sitzungsprotokolls, wonach Ratzinger durchaus teilnahm. Demnach berichtete er in der Sitzung unter anderem von Gesprächen mit Papst Johannes Paul II.

Er halte Benedikts Angabe, er sei in dieser Sitzung nicht anwesend gewesen, für "wenig glaubwürdig", sagte Wastl. Der übernommene Priester missbrauchte anschließend erneut Kinder.

© dpa-infocom, dpa:220120-99-783211/4

 

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