Valentinstag Liebesgeschichten aus allen Generationen

Antonia und Hermann (links oben), Thekla und Heinrich, Marlene und Ferdinand, Luisa und Florian und Sonja und Markus (links unten) erzählen uns ihre Geschichte. Foto: privat, ccvision.de, Simone Ketterl, Thomas Linsmeier

Heute ist Valentinstag. Passend dazu haben wir uns in der Region auf die Suche nach Liebesgeschichten aus allen Generationen gemacht.

Das Ritterpaar

Philipp, der Pferdefreund. Einen passenderen Namen hätten Sonja und Markus für ihren Sohn nicht finden können. Denn ihre Liebesgeschichte ist eng verknüpft mit einem Pferd und einem Ritter. 2012 wird Sonjas Kindheitstraum wahr: Sie wird Ritterin beim Further Drachenstich. Ihr ursprünglich angedachter Ritter verletzt sich bei einem Reitunfall so schwer, dass er nicht mehr beim Festspiel mitwirken kann. Für einen solchen Ernstfall übt der Vorjahresritter weiterhin das Reiten. Markus Späth springt ein. Schon einmal standen sie gemeinsam auf der Bühne. Sie war 13, er 11, als sie ihr Schauspieltalent auf der Waldbühne entdeckten. „Da fand ich ihn schon toll“, gesteht Sonja. Aber irgendwie verloren sie sich aus den Augen.

Jahre später führt das Schicksal sie wieder zusammen. Die beiden harmonieren, verstehen sich gut – und plötzlich ist da mehr. Sie erzählen anfangs nur den engsten Freunden und der Familie von ihrer Beziehung: „Wir wollten in der Öffentlichkeit nicht auf ein Pärchen reduziert werden.“ Der Drachenstich sollte im Mittelpunkt stehen.

Beim feierlichen Abschluss der Drachenstichsaison wird die Beziehung öffentlich. Zu diesem Zeitpunkt wissen sie längst, dass sie ein Leben lang zusammenbleiben wollen. Schnell ziehen sie zusammen. Zwei Jahre später folgt die standesamtliche Hochzeit, 2015 die kirchliche. Das Liebesglück krönt ihr Sohn Philipp. Der Drachenstich spielt immer noch eine wichtige Rolle in ihrem Leben. Und wenn ihr Sohn auch mal Ritter werden möchte? „Dann werden wir ihn unterstützen.“ Den passenden Namen hätte er ja schon mal.

 

Auf einer Wellenlänge

Einem alten Röhrenradio der Marke „Wega“ ist es zu verdanken, dass Antonia und Hermann zueinander fanden. Im November 2011 wollte Antonia, die erst wenige Monate zuvor ihren Mann Sepp nach langer, schwerer Krankheit verloren hatte, ihr Haus umgestalten. „Ich wollte mich neu einrichten oder vielmehr neu alt einrichten“, erzählt die Antiquitätenliebhaberin. Vor allem sei sie auf der Suche nach einem schönen Radio gewesen – je älter, desto besser.

Und da kam Hermann ins Spiel. Der hat nämlich auch ein Faible für Interieur aus den 1920er-Jahren und der Trödler seines Vertrauens eine große Auswahl, nicht nur an Radios. So kam es, dass sich die beiden Rundinger nach Bernried aufmachten, um dort ausgiebig zu stöbern. Auf der einstündigen Autofahrt hatten sie Zeit, sich zu unterhalten, und stellten schnell fest, dass sie auf einer Wellenlänge sind. Wenig später wurden sie ein Paar. Das Radio, das sie damals gekauft haben, steht mittlerweile übrigens in Antonias Küche.

 

Liebe auf den zweiten Blick

Marlene und Ferdinand kennen sich eigentlich schon seit der Schulzeit. Damals haben sie auch den Tanzkurs gemeinsam gemacht – aber zu der Zeit sollte es wohl noch nicht sein. Danach bricht der Kontakt ab. Drei Jahre hören die beiden nichts voneinander. Wie es der Zufall so will, treffen Marlene und Ferdinand auf dem Geburtstag einer Freundin wieder aufeinander. Und dann passiert das, was schon lange passieren sollte – es macht Klick.

 

Bis der Tod uns scheidet

„Viel gibt es da nicht zu erzählen“, antwortet Heinrich auf die Frage, wie das Kennenlernen zwischen ihm und seiner Frau Thekla ablief. Denn damals, 1966, war das ganz einfach. Heinrich ist gut mit Theklas Bruder befreundet, daher kennen sich die beiden. Lange Zeit waren Heinrich und Thekla nur Bekannte. Sie treffen sich oft in der Kirche und lernen sich besser kennen.

Irgendwann bietet Heinrich Thekla an, mit ihm gemeinsam nach München zu fahren. Denn Thekla arbeitet dort im Hotel Bayerischer Hof und fährt bislang jeden Tag von Konzell mit dem Zug in die Stadt. Heinrich selbst arbeitet in München bei einem Baukonzern.

Bei den täglichen gemeinsamen Autofahrten funkt es schließlich zwischen den beiden. Nach drei Jahren folgt die Hochzeit, weitere zwei Jahre später kommt ihr Sohn zur Welt. Heinrich und Thekla sind glücklich, sie bauen ein Haus und leben bis Theklas Tod im Jahr 2016 zusammen.

 

Sandkastenliebe

Luisa und Florian kennen sich „schon immer“ – zumindest kommt es Florian so vor. Als seine Erzieherin ihn korrigieren will, „Na ja, seit ihr in die Krippe geht“, winkt der Bub ab: Als ob es bei der Liebe auf solche Details ankäme. Und „lieb“ hat er Luisa. Das ist klar, weil „man mit der super mit dem Puppenwagen spielen oder was bauen kann.“ Nicht nur in der „Kinderinsel“ verbringen die beiden Knirpse aus Landshut viel Zeit zusammen. Sie besuchen sich fast täglich und fahren sogar gemeinsam in den Italienurlaub. Da die Basis stimmt, will die Luisa bald Nägel mit Köpfen machen: „Wir heiraten mal. Das hab’ ich schon mit der Mama ausgemacht“, sagt sie und lacht verschmitzt.

 
 

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