USA Las Vegas: Verrückter Freizeitpark nahe dem Red Rock Canyon

Es blinkt und glitzert überall am Las Vegas Strip. Foto: Tobias Wolf

Die Glücksspiel-Metropole hat den zweifelhaften Ruf als "Sin City", als Stadt der Sünden. Dabei hat sich Las Vegas zur "Entertainment Capital of the World", der Welthauptstadt der Unterhaltung, gewandelt und bietet heute viel mehr als einarmige Banditen, Roulette, Poker und eilige Hochzeiten.

Überall blinkt, glänzt und glitzert es. 24 Stunden lang, sieben Tage die Woche, 365 Tage im Jahr. Aus Lautsprecher dröhnt permanent Pop-Musik. Süßlicher Duft liegt in der Luft. Ein Spielautomat reiht sich an den nächsten. Fenster und Uhren sucht man vergebens. Das Zeitgefühl geht verloren. Leute versuchen ihr Glück an einarmigen Banditen.

Wer an Las Vegas denkt, der denkt an Casinos, Glückspiel und eilige Hochzeiten. Zu finden ist all das auf dem Strip. Auf sieben Kilometern drängen sich Luxushotels, Casinos und kitschige Hochzeitskapellen dicht aneinander. Es ist eine künstlich erschaffene Welt. Im "Venetian" gehen Menschen über die Rialtobrücke, Gondoliere steuern ihre Kähne durch ein künstliches Venedig. Weniger Meter entfernt wirft eine kleine Kopie des Eiffelturms seinen Schatten auf die Straße. Und vor dem pyramidenförmigen "Luxor" begrüßt ein Nachbau der großen Sphinx von Gizeh die Gäste.

14 der 20 größten Hotels der Welt stehen in Las Vegas

Filme wie "Casino", die "Ocean's"-Reihe oder zuletzt die "Hangover"-Trilogie haben Las Vegas, dem einst trostlosen Kaff mitten in der Mojave-Wüste, den Mythos einer Spieler-Metropole verpasst, in der nichts unmöglich ist, in der der "American dream" Realität ist. In der aber zugleich Aufstieg und Absturz so dicht beieinander liegen wie sonst wohl nirgends.

Dabei ist Las Vegas mehr als die Stadt des Glückspiels. 14 der 20 größten Hotels der Welt stehen in Las Vegas. 150.000 Hotelzimmer bietet die Zwei-Millionen-Einwohner-Metropole. Allein im "Venetian" gibt es mehr als 7.000 Zimmer. Jedes Hotel hat sein eigenes Motto und gleicht dabei einem Luxus-Kreuzfahrtschiff. Auf mehreren Etagen sind Geschäfte aller Art, Restaurants, Cafés, Bars, Clubs, Galerien, Gärten, Swimmingpools, Bühnen und natürlich ein Casino zu finden. Wer will, der muss sein Hotel nicht verlassen.

Las Vegas - ein riesiger Freizeitpark, aus der Wüste gestampft

Doch das sollte der Las-Vegas-Urlauber auf jeden Fall, denn die Metropole ist ein riesiger Freizeitpark. Bei einer Fahrt mit dem "High Roller", mit 167 Metern das größte Riesenrad der Welt, eröffnet sich ein Blick über die gesamte Stadt, der deutlich macht, dass Las Vegas mitten aus der Wüste gestampft wurde. Nur wenige Meter weiter bei "Topgolf Las Vegas" können auch Golf-Anfänger in ungezwungener Atmosphäre ein paar Bälle über das Grün schlagen. Für Sport- und Musikfans bietet die neu erbaute "T-Mobile-Arena" ein abwechslungsreiches Programm. Hier finden Eishockey-Spiele, Box-Kämpfe, Wrestling-Veranstaltungen und Konzerte statt.

Und wer den Drang nach mehr Adrenalin verspürt, der sollte sich mit der "SlotZilla"-Zipline über die Fremont Street in Downtown Las Vegas stürzen, beim Indoor Skydiving die Schwerkraft überwinden oder bei einer Buggy-Tour durch die angrenzende Wüsten über Dünen brettern.

Raus aus der Spieler-Metropole und hinein in die Natur des Red Rock Canyons

Natur und Ruhe hingegen verbindet kaum einer mit Las Vegas. Doch wer den Trubel der Millionen-Metropole hinter sich lässt, der findet beides. Nur knapp 30 Kilometer westlich von Las Vegas beginnt der Nationalpark Red Rock Canyon, der von zahlreichen Wanderwegen durchzogen ist. Hier blinkt und glitzert keine knallig-bunte Neonwerbung, hier dröhnt kein Pop-Gedudel in den Ohren. Es herrscht Stille. Die aufgehende Sonne verwandelt die rot-orangen Sandsteinfelsen in flackernde Flammen. Ein gewaltiger Kontrast zur künstlichen Welt des Strips.

Für denjenigen, der Casinos und Glückspiel für einen ganzen Tag entfliehen will, eignet sich ein Tagesausflug in das Valley of Fire oder in die Region um den Lake Mead, der vom Hoover Dam aufgestaut wird. Beide Ziele liegen etwa eine Autostunde von Las Vegas entfernt. Nicht fehlen darf natürlich ein Trip zum Grand Canyon. Von Las Vegas aus dauert die Fahrt knapp vier Stunden. Wer das nötige Kleingeld mitbringt, kann die rund 450 Kilometer lange und bis zu 1800 Meter tiefe Schlucht aus der Vogelperspektive aus einem Helikopter bestaunen.

Bei der Heimreise jedoch holt einen die schillernde Welt des Glückspiels wieder ein. Spielautomaten säumen die Terminals des Las Vegas McCarran International Airport. Sie befinden sich an der Gepäckausgabe, an den Gates und sogar am Schalter der Autovermietung. Verrücktes Vegas!

Reise-Tipps:

Anreise/Einreise: Eurowings fliegt zweimal pro Woche von München direkt zum Las Vegas McCarran International Airport. Vor der Einreise in die USA muss man das sogenannte ESTA-Formular ausfüllen. Das geht ganz einfach im Internet unter www.estaformular.org. Der Antrag kostet 14 US-Dollar.
Wer im Voraus prüfen möchte, ob er die Anforderungen für einen ESTA-Antrag erfüllt, kann dazu den ESTA-Berechtigungsprüfer unter www.visumusa.net zu Rate ziehen.

Reisezeit: Las Vegas hat durchschnittlich 320 Tage Sonnenschein pro Jahr. Die Temperaturen liegen zwischen November und Februar um die 15°C bis 20°C. Im Frühling und Herbst gibt es um die 20°C bis 25°C, während im Sommer das Thermometer auf über 40°C steigen kann.

Elektrizität: Für elektrische Geräte wird ein nordamerikanischer Steckeradapter benötigt.

Trinkgeld: Es empfiehlt sich, immer etwas Bargeld dabei zu haben als Trinkgeld. Der tip (für viele Kellner der eigentliche Lohn) beträgt 15-20 Prozent der Nettosumme. Mit der EC-Karte können Sie an vielen Bankautomaten (ATM) US-Dollar (USD) ziehen.

Unterkunft: Beispielsweise am Las Vegas Strip im "Mirage", in dem Siegfried und Roy mehr als 5700 Vorstellungen gaben. Mehr Infos: www.mirage.com.

Essen: Unbedingt das Bacchanal Buffet im Caesars Palace probieren. Hier kann man sich durch nahezu alle Küchen der Welt schmecken. Wer zwischen den Speisen etwas Bewegung braucht und gerne mehrere Restaurants besuchen will, der sollte eine "Foodtour" am Las Vegas Strip buchen (beispielsweise mit Lip Smacking Foodie, www.vegasfoodietour.com).

Shows: Zum Beispiel die Show "Mystère" des Cirque du Soleil im Hotel "Treasure Island".

Zeitverschiebung: In Nevada gilt größtenteils die Pacific Standard Time mit neun Stunden Zeitunterschied zu Deutschland. In Las Vegas ist es daher neun Stunden früher am Tag.

Weitere Infos: Visit Las Vegas, Telefon: 089/55 25 33 823, www.visitlasvegas.com

 

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