Urteil zu Sterbehilfe Bischof Voderholzer warnt vor Druck auf Ältere und Kranke

Bischof Rudolf Voderholzer sieht die Gefahr, dass in der Folge des Sterbehilfe-Urteils gesellschaftlicher Druck aufgebaut wird. Foto: dpa

Das Bundesverfassungsgericht (BGH) hat am Mittwoch eine weitreichende Entscheidung zum Thema Sterbehilfe getroffen. Kritik daran kommt von kirchlicher Seite.

Das Bundesverfassungsgericht hat die Tür für organisierte Angebote zur Sterbehilfe in Deutschland aufgemacht. Das bisherige Verbot verletze den Einzelnen im Recht auf selbstbestimmtes Sterben, urteilten die Karlsruher Richter am Mittwoch nach Klagen von Schwerkranken, Sterbehelfern und Ärzten.

Einer der Kläger reagierte "überaus erleichtert". Die deutliche Sprache des Urteils beeindrucke ihn sehr, schrieb der krebskranke Horst L. Auch klagende Ärzte begrüßten den Spruch. "Es ist ein gutes Urteil für Menschen in verzweifelten Situationen", sagte Palliativmediziner Matthias Thöns.

Dagegen äußerten unter anderem die beiden großen christlichen Glaubensgemeinschaften in Deutschland Kritik. Das Urteil stelle einen Einschnitt in die auf Bejahung und Förderung des Lebens ausgerichtete Kultur dar, erklärte etwa der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx. Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer hat sich am Donnerstag ebenfalls zu Wort gemeldet. In einer Pressemitteilung heißt es, dass ein gesellschaftlicher Druck auf alte oder kranke Menschen entstehen könne, "ihren Platz zu räumen". Es solle alles daran gesetzt werden, dass aktive Sterbehilfe unter keinen Umständen in Frage komme. Stattdessen sollten die Möglichkeiten der Palliativmedizin ausgeschöpft und die Hospizbewegung gestärkt werden.

 

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