Urteil Göttinger Organspendeskandal - Ex-Chefarzt verliert Bezüge

Der menschliche Torso: Ein Göttinger Professor soll durch manipulierte Blutwerte Einfluss auf die Empfänger von Spenderorganen genommen haben (Symbolbild). Foto: Oliver Killig/dpa-Zentralbild/dpa

Ein Mediziner soll in elf Fällen durch manipulierte Blutwerte Einfluss auf die Empfänger von Spenderorganen genommen haben. Laut Gericht soll er deshalb sein Ruhegehalt verlieren.

Im Zusammenhang mit dem sogenannten Göttinger Organspendeskandal verliert ein ehemaliger Chefarzt sein Ruhegehalt. Das Verwaltungsgericht Göttingen urteilte im März gegen den früheren Professor der Universitätsmedizin Göttingen (UMG), wie ein Gerichtssprecher am Freitag mitteilte.

Der Beklagte soll in elf Fällen durch manipulierte Blutwerte Einfluss auf die Empfänger von Spenderorganen genommen haben. Gegen das nun zugestellte Urteil kann innerhalb eines Monats Berufung eingelegt werden.

Die UMG, die die Disziplinarklage eingereicht hatte, hält den Mediziner für eine der zentralen Figuren in dem Organspendeskandal. Im Juli 2012 beurlaubte die Klinik den verbeamteten Arzt. Eine Weiterbeschäftigung sei wegen eines endgültig eingetretenen Vertrauensverlustes nicht mehr zumutbar gewesen. Dieser Auffassung folgte das Gericht. Der Beklagte ist inzwischen im Ruhestand.

Das Auffliegen des Organspendeskandals in Göttingen hatte 2012 weitreichende Folgen. An mehreren deutschen Kliniken wurden Manipulationen aufgedeckt, wodurch das Vertrauen zur Transplantationsmedizin nachhaltig erschüttert wurde.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

 

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