Urlaubszeit Neue Reisepässe und Personalausweise: Andrang bei Kommunen

Ein Deutscher Reisepass liegt auf einem Tisch. Foto: Fabian Sommer/dpa/Symbolbild

In rund vier Wochen starten die bayerischen Sommerferien. In vielen Städten beantragen deshalb jetzt viele Menschen einen neuen Reisepass oder Personalausweis. Es drohen längere Wartezeiten.

Wer für die bevorstehende Urlaubszeit neue Ausweisdokumente braucht, muss möglicherweise mit längeren Wartezeiten rechnen. Denn viele Städte in Bayern erleben gerade einen Ansturm auf ihre Ämter, wie eine Umfrage ergab. Viele Menschen wollen einen neuen Reisepass oder Personalausweis. "Auch in München ist die Beantragung von Ausweisdokumenten aktuell eine sehr gefragte Dienstleistung", sagte Johannes Mayer, Sprecher des Kreisverwaltungsreferats. Bis Ende Mai habe man in diesem Jahr so viele Beantragungen bearbeitet wie noch in keinem Jahr zuvor im Vergleichszeitraum.

Aus dem Bamberger Rathaus heißt es: Die Nachfrage nach Ausweisdokumenten steige "sprunghaft" an. Die Anfragen seien vermutlich deshalb so hoch, weil in den vergangenen beiden Jahren die Reisemöglichkeiten wegen der Pandemie eingeschränkt waren. Jetzt aber zieht es viele Menschen wieder in die Ferne. Die Stadt Bamberg rät ihren Bürgerinnen und Bürgern, frühzeitig zu checken, ob Pass oder Personalausweis noch gültig sind. Die zuständigen Mitarbeitenden hätten auch deshalb besonders viel zu tun, weil Kinderreisepässe inzwischen nur noch ein Jahr gültig seien und es auch hier viele Anträge gebe.

Im Münchner Bürgerbüro liege der Fokus darauf, Terminkapazitäten zu schaffen, sagte Mayer. Jeder könne tagesaktuell oder zeitnah einen Termin im Online-Buchungskalender finden. Da Reisepässe und Ausweise von der Bundesdruckerei hergestellt werden, müsse man vier bis fünf Wochen Produktionszeit einrechnen.

Mehr Anträge für Ausweisdokumente registriert man auch in Augsburg. Dies sei vor allem auf die Lockerung der Reisebeschränkungen wegen der Pandemie zurückzuführen. Außerdem benötige man nach dem Ausscheiden Großbritanniens aus der EU für Reisen dorthin einen Reisepass, der Personalausweis genüge nicht mehr, sagte Frank Pintsch, Referent für Bürgerinnen- und Bürgerangelegenheiten.

"Derzeit ist die Reisepass-Beantragung auch im Bürgeramt der Stadt Ingolstadt sehr gefragt", teilte eine Sprecher mit. Im Mai seien 1000 Reisepässe beantragt worden. 2019 - also im Jahr vor der Pandemie - waren es rund 700.

Ebenso in Amberg in der Oberpfalz registrieren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine große Nachfrage nach neuen Ausweisdokumenten, wie Sprecher Thomas Graml sagte: Die Melde- und Passbehörden hätten aber auch noch zusätzliche Aufgaben wie die Bearbeitung der Zuzüge aus der Ukraine und die Durchführung eines Bürgerentscheids in der Stadt. Die Wartezeit auf die neuen Dokumente liege in Amberg derzeit bei etwa zehn Wochen.

Man habe aber schon früh darauf hingewiesen, dass sich die Bürgerinnen und Bürger rechtzeitig kümmern sollten. "Die Empfehlung unseres Einwohneramtes: Frühzeitig online einen Termin zur Antragstellung buchen, gut vorbereitet mit den vollständigen Unterlagen kommen und je nach Reisetermin zur Sicherheit eine Ausführung als Express-Pass beantragen."

Der Run auf die Dokumente ist auch in Erlangen groß. Engpässe sieht die Kommune aber nicht - nicht zuletzt, weil das Bürgeramt 38 Stunden in der Woche geöffnet habe, sagte ein Sprecher.

In Regensburg zeigen vorläufige Zahlen, dass auch hier mehr Reisepässe beantragt werden als in den Jahren zuvor. Die Bürgerbüros seien ohne Termin zugänglich, deshalb sei keine Wartezeit auf einen Termin einzuplanen, erläuterte eine Sprecherin. Auf einen Reisepass müsse man derzeit durchschnittlich fünf Wochen warten.

Die Stadt Nürnberg teilte mit: "Die Nachfrage nach Terminen bei den Bürgerämtern, insbesondere nach Personalausweisen und Reisepässen, ist aktuell noch sehr groß." Wer einen neuen Ausweis oder Pass beantragt, muss persönlich ins Bürgeramt kommen. In Nürnberg werden dazu online Termine vergeben. Ganz aktuell habe die Kommune ein sogenanntes "Pop-up-Bürgeramt" in der Südstadt eröffnet, bei dem pro Woche bis zu 1000 Termine zusätzlich vergeben werden, sagte eine Sprecherin.

Auch in Rosenheim werden mehr Pässe und Ausweise beantragt: 2019 vor der Pandemie gab es 1985 Anträge im ersten Halbjahr, in diesem Jahr waren es 2233. Es würden wieder mehr Menschen verreisen. Und für Großbritannien brauche es nach dem "Brexit" nun einen Pass. Das Bürgeramt empfehle, zwei Monate vor Reiseantritt oder Ablauf des Dokuments einen Termin zu vereinbaren, um rechtzeitig Pass oder Ausweis zu erhalten, sagte ein Sprecher der Stadt.

In dringenden Fällen könne man Express-Reisepässe oder vorläufige Dokumente ausstellen. Ob diese dann für die Einreise in das Urlaubsland zugelassen sind, müssten die Bürgerinnen und Bürger beispielsweise bei den Botschaften des jeweiligen Landes erfragen.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

 
 
 

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