Urlaub in der Natur Das müssen Sie beim wilden Campen beachten

Wildes Campen ist in Deutschland in den meisten Bundesländern nicht erlaubt. Im Norden Europa haben Camper da schon mehr Glück. Foto: Florian Schuh/dpa

Nach vielen Monaten voller Corona-Einschränkungen könnte Camping in der Wildnis jetzt nicht nur zu einem besonders ursprünglichen Erlebnis werden, sondern vor allem zu einem sicheren Urlaub – mit Abstand zum Trubel. Was Camper in Deutschland und im europäischen Ausland beachten müssen, wissen die Experten der Versicherung Arag.

Wildes Campen bezeichnet laut Arag in engerem Sinne die Übernachtung in einem Zelt außerhalb eines gekennzeichneten Camping- oder Übernachtungsplatzes. Wird lediglich in einem Biwak- oder Schlafsack, unter einem Schutzdach oder einem selbstgebauten Schutz aus Ästen oder Schnee übernachtet, spricht man auch von Biwakieren.

In Deutschland regeln die jeweiligen Landeswaldgesetze, was verboten oder erlaubt ist. Generell ist wildes Campen in den meisten Bundesländern nicht gestattet. Die Regelungen beziehen sich dabei ausdrücklich auf das Zelten, vom Biwakieren ist nicht die Rede.

Daraus nun einen Freifahrschein fürs Übernachten ohne Zelt abzuleiten, ist jedoch ein Trugschluss, denn der Sinn des Verbotes bleibt im juristischen Sinne auch dann bestehen, wenn kein Zelt aufgestellt wird. Trotzdem gilt in der Praxis: Je häuslicher man sich einrichtet, mit desto mehr Unmut muss man rechnen, wenn man erwischt wird. Wer sich an einige Regeln hält, dem stehen aber auch Möglichkeiten offen, sein Zelt in der freien Natur aufzuschlagen.

Was ist erlaubt?

Ungeachtet des generellen gesetzlichen Verbotes können Wald- oder Grundstücksbesitzer in den meisten Bundesländern das Zelten auf ihrem Land erlauben. An Orten, an denen das Zelten im Wald nicht kategorisch verboten ist, verlangt das Gesetz die Zustimmung der zuständigen Forstbehörde, wie Arag weiter berichtet.

Zudem kennen Land- und Forstwirte ihre Gegend naturgemäß besonders gut und haben bisweilen echte Geheimtipps parat. Wer abseits von offiziellen Campingplätzen zelten will, wird zudem in einer kleinen ruhigen Gruppe eher geduldet.

Was ist verboten?

Rücksichtsloses Verhalten in der Natur ist laut den Experten von Arag absolut Tabu. Camper sollten ihren Müll nicht in Wald und Flur zurücklassen. Die Spuren der Toilettengänge sollten vergraben und Lärm und Krach so gut es geht vermieden werden.

Offenes Feuer ist vor allem in den Sommermonaten im Abstand von weniger als 100 Metern zum Waldrand streng verboten. Dazu gehören neben Lagerfeuern, Kerzen und Fackeln auch Campingkocher. Neben empfindlichen Ordnungsgeldern sind in bestimmten Fällen sogar Haftstrafen möglich.

Naturschutzgebiete, Nationalparks, landwirtschaftliche Nutzflächen, Industriegebiete und militärische Sperrzonen kommen für das Camping nicht infrage. Auch Jäger freuen sich meist nicht über Störenfriede in ihren Revieren.

Wildes Campen im europäischen Ausland

Vor allem im Norden Europas ist Zelten in der freien Natur relativ unproblematisch. So sind Norwegen und Schweden bekannt für das sogenannte „Jedermannsrecht“. Solange niemand gestört und nichts zerstört wird, ist das Zelten und Lagern gestattet.

Doch auch beim „Jedermannsrecht“ gibt es Einschränkungen – man sollte sich also vorher genau informieren. So ist zum Beispiel in schwedischen Nationalparks das Campen in der Regel verboten.

Weniger bekannte Paradiese für Wildcamper sind Schottland oder Irland und die baltischen Staaten. Dänemark wählt einen etwas anderen Weg. In 40 dafür ausgewiesenen Wäldern haben unsere nördlichen Nachbarn sogenannte Naturlagerplätze eingerichtet.

Camper, die es in den Norden zieht, müssen sich jedoch noch ein wenig gedulden. Norwegen und Island wollen ihre Grenzen aufgrund der Corona-Pandemie erst am 15. Juli für Touristen aus den EU-Ländern wieder öffnen.

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