Unwetter Die Blitz-Hotspots 2021 lagen fast alle in Bayern

Blitze entladen sich während eines Gewitters. Foto: Fabian Sommer/dpa/Symbolbild

München (dpa/lby) - In bayerischen Städten und Landkreisen schlägt der Blitz besonders häufig ein. Der Landkreis Starnberg führt das am Montag veröffentliche bundesweite Ranking im Siemens Blitzatlas 2021 mit 7,6 Blitzeinschlägen pro Quadratkilometer mit deutlichem Abstand an. Und auch die Übrigen der zwölf blitzreichsten Landkreise oder Städte liegen fast alle in Bayern. Einzig der baden-württembergische Bodenseekreis drängt sich - hinter Augsburg (5,9) auf Rang drei - in die bayerische Phalanx.

Auf den nächsten Rängen folgen die kreisfreie Stadt Kaufbeuren und der Landkreis Weilheim-Schongau mit 5,7, die Stadt Kempten mit 5,6 und die Landkreise Landsberg und München mit 4,8 beziehungsweise 4,7 Blitzen pro Quadratkilometer. Die Stadt Landshut und der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen kommen auf 4,6 vor der Stadt München und dem Landkreis Aichach-Friedberg mit 4,4.

Auf Länderebene kommt Bayern trotzdem nur auf den zweiten Platz der Blitz-Hotspots hinter Baden-Württemberg mit einer Blitzdichte von 2,61. Bayernweit sind es 2,18 Blitze pro Quadratkilometer, bundesweiter Durchschnitt waren 1,4 Blitze pro Quadratkilometer. Das liegt in etwa im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre.

Bremsend auf die bayerischen Werte wirken sich dabei einige Bereiche - meist in der Nordhälfte des Freistaats - aus, in denen es kaum blitzte. So gab es in Schweinfurt Stadt insgesamt nur elf Blitze - 0,31 pro Quadratkilometer. In Amberg Stadt waren es 0,34 pro Quadratkilometer, in Schwandorf 0,42

Deutschlandweit stieg die Zahl der Blitze vergangenes Jahr um knapp ein Viertel auf etwa 491.000. Jeder elfte davon schlug am 29. Juni ein, dem blitzreichsten Tag in Deutschland. Damals hatten Unwetter in Teilen der Bundesrepublik für schwere Schäden gesorgt. Insgesamt schlugen mehr als die Hälfte aller Blitze im vergangenen Jahr im Juni ein.

"2021 war gegenüber den Vorjahren wieder deutlich niederschlagsreicher bei dennoch hohen Temperaturen vor allem im Juni", erklärt der Leiter des Blitz-Informationsdienstes von Siemens, Stephan Thern. "Damit waren die Grundvoraussetzungen für Gewitter - Feuchtigkeit und heiße Temperaturen - vorhanden, um ein doch deutlich blitzintensiveres Jahr zu registrieren."

Im Blitzhotspot Starnberg habe es insgesamt 43 Gewittertage gegeben, sagt Thern. Dass die höchsten Blitzdichten im Süden gemessen wurden, überrascht ihn nicht: "Bei den vorwiegend bayerischen Stadt- und Landkreisen unter den Top-10 spielt sicherlich - wie nahezu jedes Jahr - die Nähe zum Alpenrand eine große Rolle."

Im europäischen Vergleich liegt Deutschland mit seinen 1,4 Blitzen pro Quadratkilometer auf Rang 18 von 43 Ländern. Die höchsten Blitzdichten gab es vergangenes Jahr in Bosnien-Herzegowina, Slowenien und Montenegro. Die niedrigsten in Irland, Norwegen und dem Vereinigten Königreich.

Die Blitze werden mit Hilfe von rund 160 miteinander verbundenen Messstationen in Europa gemessen. Obwohl zwischen den Sensoren bis zu 350 Kilometer liegen, können die Blitzeinschläge damit auf bis zu 50 Meter genau ermittelt werden.

Copyright 2022, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

 
 
 

0 Kommentare

Kommentieren

null

loading