Unterricht in Tschechien „Ich will nur in die Schule“: Ein Interview mit Betroffenen über das Schulwesen während Corona in Tschechien

Die Schülerinnen Terezie Slováková (links) und Tereza Billová. Auch in Tschechien gilt in der Schule Maskenpflicht. Foto: EDOOKIT s.r.o.

Corona betrifft Schüler überall – auch in Tschechien. Wie läuft Unterricht dort ab? Ein Interview mit Direktor Stanislav Mauric und den Schülerinnen Tereza Billová und Terezie Slováková (beide 14 Jahre alt) von der Grundschule in Čkyně.

Hallo, Herr Mauric! Wie fand Unterricht in Tschechien vor den Weihnachtsferien statt?

Stanislav Mauric: Bis zum 18. November waren die Schulen komplett geschlossen. Dann kamen die ersten und zweiten Klassen wieder zurück, ab dem 30. November auch die Jahrgänge drei bis fünf und die Abschlussklasse neun. Alle mussten selbstverständlich Masken tragen – auch im Unterricht – und Schüler aus unterschiedlichen Jahrgängen sollten sich möglichst nicht begegnen. Deshalb kamen sie auch versetzt zur Schule.

Wie wurden die Klassen sechs bis acht unterrichtet?

Stanislav Mauric: Da wechselten wir klassenweise und wöchentlich: Die sechste und achte Klasse waren zum Beispiel zu Hause und hatten Online-Unterricht, die siebte Klasse war in der Schule.

Wie läuft der Unterricht zu Hause ab?

Stanislav Mauric: Die Schüler haben da nicht alle Fächer. Musik oder Kunst fällt zum Beispiel aus. Die Lehrer sind vor Ort in der Schule und unterrichten die Schüler, die gerade da sind. Dazwischen kümmern sie sich dann um die Schüler, die zu Hause sind. Das passiert per Videokonferenz.

Klappt das gut?

Stanislav Mauric: Im Frühling war es sehr chaotisch, da wurden alle Informationen nur über die Schulwebseite, per E-Mail oder Smartphone ausgetauscht, es gab keinen Online-Unterricht. Nun sind wir gut ausgestattet, in fast allen Klassenräumen gibt es Smartboards. Distanzunterricht per Livestream klappt nun.

Welche Plattform kommt da zum Einsatz?

Stanislav Mauric: Edookit. Die Lehrer können dort Klassenlisten hinterlegen und Arbeitsmaterial verteilen. Es gibt eine Anbindung zu Microsoft Teams für Videokonferenzen. Auch für Schüler und Eltern ist die Plattform nützlich: Sie können zum Beispiel Noten einsehen.

Tereza und Terezie, ihr hattet lange nur zu Hause Unterricht. Wie war das für euch?

Tereza Billová: Im Frühjahr lief alles per E-Mail. Nun haben wir Edookit, da finden wir alle Aufgaben, das läuft gut. Über die Plattform konnten wir auch die Lehrer anrufen.

Terezie Slováková: Wir waren nun im Herbst über einen Monat zu Hause. Das war schon ganz komfortabel: Wir mussten nicht so früh aufstehen und hatten weniger Fächer. Es war eine Umstellung, zurück in die Schule zu kommen.

Was wünschen Sie sich, was wünscht ihr euch fürs nächste Jahr?

Stanislav Mauric: Ich bin ein großer Optimist und hoffe, dass bald alles wieder normal wird.

Tereza Billová: Ich will nur in die Schule gehen und mit Freunden zusammen sein. Es gibt keine Alternative dazu.

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