Unterhütte nahe Waldmünchen Polizei-Attrappe stiftet Verwirrung - Das sagt ein Beamter

Wer würde darauf nicht hereinfallen? Wenn man nach Unterhütte einfährt, blickt man auf dieses Polizeiauto. Bei genauerem Hinsehen entpuppt sich das Auto als Attrappe. Es ist ein 3D-Aufdruck. Die Polizei ärgert's. (Symbolbild) Foto: Alexandra Brückl

Ein täuschend echt aussehendes Polizeiauto, das an einem Zaun angebracht ist, sorgt derzeit in Unterhütte im Landkreis Cham für Aufregung. Bei der echten Polizei in Waldmünchen stößt diese Aktion vor allem auf Unverständnis. Ist der Aufdruck der Attrappe überhaupt erlaubt? idowa hat nachgehakt. 

Hinter der Aktion steckt wie auf dem 3D-Bild erkennbar eine Sicherheitsfirma. Offenbar habe die Firma mit dem täuschend echt aussehenden Polizeiauto für das eigene Geschäft werben wollen, vermutet Christian Pongratz, Leiter der Polizeistation Waldmünchnen. Das sei aber auch schon das einzig positive, das der Beamte der Aktion abgewinnen kann. "Wir sind wirklich unglücklich darüber", betont Pongratz. Leider sind ihm und seinen Kollegen rechtlich gesehen aber die Hände gebunden.

Offenbar handelt es sich um eine Grauzone. Pongratz sagt: "Der Aufdruck auf dem Banner lässt sich nicht als Amtsanmaßung einstufen. Manche gehen zwar davon aus, dass die Farben der Polizei geschützt sind, das ist hier aber nicht der Fall." Zwar hat die Attrappe auch ein Blaulicht auf dem Dach und kommt somit dem Aussehen eines echten Polizeiautos noch näher, was aber letztlich fehle ist das Wort "Polizei" dort, wo auf dem Aufdruck "Security" steht. 

Was aber ist nun problematisch an dem 3D-Aufdruck? Dass eine Firma mit einer Polizeiauto-Attrape buchstäblich für Sicherheit wirbt, spreche zwar an sich für das Image der Beamten, die Gefahren der Aktion seien für Pongratz aber höher: "Das Fake-Fahrzeug suggeriert Sicherheit, wo keine ist." Bei einem Unfall beispielsweise blieben etwa Hilferufe in Richtung des Polizeiautos ungehört. In einer solchen ohnehin stressigen Situation könne das Vertrauen in die Attrappe gefährlich werden, so Pongratz. Der Dienststellenleiter selbst fiel schon auf den Aufdruck herein. Beim Vorbeifahren blieb sein Blick an dem Auto hängen. Nichtsahnend dachte Pongratz: "Da sind ja die Kollegen!". Dass der Aufdruck auch noch in 3D daherkommt, hat die Täuschung perfekt gemacht. 

Auch sieht Pongratz insbesondere für ausländische Verkehrsteilnehmer eine Verwechslungsgefahr. Wegen der identischen Lackierung hätten Autofahrer aus dem Ausland ohnehin Schwierigkeiten, das Aussehen der verschiedenen Fahrzeuge den Behörden zuzuordnen, teilt Pongratz mit. "Die können Autos vom Zoll nicht klar von denen der Polizei unterscheiden." Eine Attrappe stiftet dagegen automatisch Verwirrung. 

Das gelte aber nicht nur für die Attrappe in Unterhütte, sondern auch für Autos, die als „Poolizei“ oder ähnlich auf den Straßen unterwegs seien. Im Notfall oder unter Stress könnte daraus genauso eine "gefährliche Fehleinschätzung" entstehen, warnt Pongratz. Warum die Sicherheitsfirma das Transparent so gestaltet und das Auto so positioniert hat, ist nicht bekannt. Trotz Nachfragen der Polizei gaben die Verantwortlichen der Firma keine Stellungnahme ab. 

Weitere Artikel

 

idowa-Newsletter kostenlos abonnieren

E-Mail-Adresse:
 
 
 

1 Kommentar

Kommentieren

null

loading