Uni Regensburg Und täglich grüßt die Baustelle

An der Universität Regensburg herrscht seit Juli Baustellen-Chaos am Campus. Da die sanierungsbedürftigen Tiefgaragen direkt unter der Universität liegen, mussten auch verschiedene Bereiche des Campus gesperrt werden. Foto: Susanne Pritscher

Dröhnender Baulärm, zahlreiche Baustellen-Umleitungen und rutschige Matten: Seit Juli 2018 werden an der Universität Regensburg die Tiefgaragen renoviert, weswegen auch der zentrale Platz am Campus von vielen Bauzäunen umgeben ist. Wir haben uns an der Uni umgesehen und mit Studenten gesprochen, wie sie sich im Baustellenlabyrinth zurechtfinden. 

Ein Spaziergang über den Campus der Universität Regensburg erinnert derzeit an einen Dschungel, durch dessen stählerne Dickicht sich schmale Gänge schlängeln. Es geht vorbei an meterlangen Bauzäunen, die immer wieder unvermittelt eine Kurve machen - und am Ende landet man entweder vor einer Tür oder im Nirgendwo. Und wie die Treppen von Hogwarts aus "Harry Potter" ändern die Baustellenwege immer wieder ihre Richtung, mal ist der eine Pfad gesperrt, mal der andere. 

"Mei, jetzt ist hier Umleitung", schreibt Laura und entschuldigt sich, dass sie zu spät zum Interview kommen wird. Ein Bauzaun hatte der Studentin den Weg von der Bushaltestelle zum Campus versperrt. "Der war aber vor kurzem noch nicht da", sagt sie kopfschüttelnd, als sie endlich eintrifft. Um zum Treffpunkt, der Cafete in der Fakultät Physik, zu kommen, musste sie erst durch den Dschungel, dann ein Stockwerk hoch, den Gang entlang und dann wieder über eine Treppe ins Erdgeschoss. Der direkte Durchgang im Erdgeschoss - gesperrt. 

Trotz aller Widrigkeiten findet die 26-Jährige, dass die Tiefgaragen der Universität endlich renoviert werden müssen. "Was mich aber nervt, ist das jeden Tag, wie gerade eben, ein anderer Weg gesperrt ist", kritisiert sie. Man müsse sich so immer wieder neue Wege durch das Baustellengewirr suchen - wie gerade eben, als der Weg von der Bushaltestelle vor eine Absperrung führte. 

Wasser in den Schuhen

Richtig gefährlich findet Laura die schwarzen Platten, die die Pfade durch die Baustelle hindurch pflastern. "Gerade im Winter sind die Platten wahnsinnig rutschig. Da wird der Weg zur Mensa schon mal zum Abenteuer", sagt sie. Marie, eine Studentin aus dem ersten Semester, pflichtet ihr bei: "Wenn es viel geregnet hat und man über diese Matten gehen muss, ist auch mal Wasser in den Schuhen oder man muss über riesige Wasserpfützen springen."

Gerade wer sich nicht so gut an der Uni auskennt, hat es außerdem schwer, sich zu orientieren. Manche Wege könne man immer mal wieder nicht benutzen, sagen die Studentinnen. "Aber mit der Zeit gewöhnt man sich daran. Die Baustelle wird ja noch länger da sein, man muss sich halt damit arrangieren", ergänzt die 18-jährige Marie.

Zu Stoßzeiten: Stau auf den Baustellenwegen

"Es ist Zeit, abzuhauen", sagt Florian. Der 29-Jährige schreibt gerade seine Masterarbeit fertig. Zwar findet er es insgesamt gut, dass die Universität saniert wird, allerdings sieht er auch die Probleme, die eine Dauerbaustelle mit sich bringt. "Die wichtigsten Wege wie zur Mensa und zur Verwaltung sind schon frei, aber man muss halt Umwege in Kauf nehmen. Zu Stoßzeiten ist es auf den Wegen durch die Baustelle oft sehr eng, man wird da eher so durchgeschleust."

Besonders belastend sei für viele an der Uni auch der Baulärm. "Gerade in der Zentralbibliothek ist man einem sehr hohen Lärmpegel ausgesetzt." Gegen den Lärm versucht sich die Uni inzwischen auch zu wappnen. In der Zentralbibliothek gibt es Ohrstöpsel zum Ausleihen, ein Plakat mit der Aufschrift "Sorry for the noise" (Anm. d. Red.: Entschuldigung für den Lärm) drückt das Bedauern dafür aus, dass es überall dröhnt, scheppert und hämmert."

Mit der App durchs Baustellenchaos

Eine bessere Orientierung bietet eine App namens "URwalking". Die Studenten können ihren Start- und Zielpunkt eingeben oder eingetragene Räume an der Uni auswählen. Die App zeichnet dann den Weg auf einer Überblickskarte der Uni ein. Egal ob barrierefrei, überdacht oder im Freien: Die App passt den Weg an den Wunsch des jeweiligen Nutzers an. Auch GPS-Ortung funktioniert. Pech haben allerdings iPhone-Nutzer: Die App der Uni Regensburg gibt es bislang nur für Android.

So schreiten die Baumaßnahmen voran

Die Baumaßnahme, die seit Juli auf dem Campus der Uni durchgeführt wird, umfasst die Sanierung der Tiefgarage sowie das zugehörige Dach und damit auch das Forum, da sich die Tiefgaragen unter dem Forum befinden. Auf Nachfrage erklärt das Staatliche Bauamt Regensburg, dass die Tiefgaragen in drei Bauabschnitten von West nach Ost saniert werden sollen.

Begonnen hatte man mit der Zu- und Anlieferfläche, dann erfolgt die Sanierung der Tiefgarage West und schließlich die Sanierung der Tiefgarage Ost. Eben so soll das Forum von Ost nach West schrittweise erneuert werden. "Hier ist insbesondere die Abdichtung nach der langen Nutzungsdauer dringend erneuerungsbedürftig", erklärt Baudirektor Clemens Hartung. Dort soll mit der Erneuerung des Belags auf dem Forum gleichzeitig die Barrierefreiheit hergestellt werden. 

"Die Tiefgaragendecken sind nach fast 40 Jahren Nutzungsdauer in einem entsprechenden Zustand. Wie bei Tiefgaragen bzw. Parkhäusern üblicherweise zu beobachten, ist der Beton durch den Eintrag von Tausalzen durch die Fahrzeuge geschädigt und muss betonsaniert werden", macht Hartung deutlich. Bei den Bauarbeiten sei man derzeit - vor allem auf dem Forum - noch im Zeitrahmen. Ab Ende 2021 soll die Baumaßnahme fertiggestellt sein.

 

idowa-Newsletter kostenlos abonnieren

E-Mail-Adresse:
 
 
 

1 Kommentar

Kommentieren

null

loading