Zug kam aus München Tote und Verletzte bei Zugunglück in Tschechien

, aktualisiert am 04.08.2021 - 14:19 Uhr
Ein aus München kommender Expresszug ist in Tschechien mit einem Personenzug zusammengestoßen. Foto: Karl Reitmeier

Nach einem schweren Zugunglück im Südwesten Tschechiens laufen die Rettungsarbeiten. Mindestens zwei Menschen sind nach ersten Informationen ums Leben gekommen. Einer der Züge kam aus Deutschland.

Ein aus München kommender alex-Zug ist in Tschechien mit einem Personenzug zusammengestoßen. Zwei Menschen seien bei dem Unglück ums Leben gekommen, berichtete die Agentur CTK am Mittwoch unter Berufung auf die Rettungskräfte. 38 Menschen seien verletzt worden, sieben von ihnen seien in einem kritischen Zustand. Dutzende Rettungskräfte und vier Hubschrauber waren vor Ort im Einsatz, um die verletzten Menschen zu versorgen und in Krankenhäuser zu bringen. Auch aus Bayern kam Hilfe. Die Länderbahn habe mehrere deutsche und tschechische Notfallmanager zur Unfallstelle entsandt.

"Die Situation ist ernst, ich bin auf dem Weg zum Unglücksort", teilte der tschechische Verkehrsminister Karel Havlicek mit. Der Expresszug München-Prag habe nach ersten Erkenntnissen bei Domazlice (Taus) nahe der deutschen Grenze ein Haltesignal überfahren. Er sei dann mit dem Nahverkehrszug, einem sogenannten RegioShark, kollidiert. Letzterer verkehrt auf der Strecke Pilsen (Plzen)-Domazlice. Im tschechischen Streckenabschnitt zwischen Domazlice und Stankov ist der Zugverkehr des alex auf der Linie München – Prag unterbrochen. Die alex-Züge aus Deutschland enden bereits in Furth im Wald. Die České drahy hat einen Schienenersatzverkehr für die ausfallenden Züge zwischen Furth im Wald und Stankov eingerichtet.

Hotline für Angehörige 

Für Fahrgast- und Angehörigenfragen hat die Länderbahn eine spezielle Hotline unter 0341-9135 4040 eingerichtet. Die polizeiliche Hotline für Angehörige ist ab sofort unter der Telefonnummer 0961/401-5500 erreichbar. Für Verwandte der Verletzten und Reisenden hat die Feuerwehr der Pilsner Region eine Informationshotline eingerichtet. Diese ist unter der tschechischen Nummer 0042 0950 330 330 zu erreichen.

Auf tschechischen Eisenbahnstrecken kommt es immer wieder zu Unfällen. Die Sicherheitstechnik gilt vielerorts als veraltet. Die Regierung hat ein Modernisierungsprogramm auf den Weg gebracht. Erst vor einem Jahr waren im Erzgebirge nahe der deutschen Grenze zwei Züge frontal zusammengestoßen. Dabei waren zwei Menschen gestorben, darunter ein Deutscher.

Landrat Löffler dankt Helfern und lobt Zusammenarbeit

Der Chamer Landrat und Bezirkstagspräsident Franz Löffler sprach den Betroffenen am Nachmittag sein Mitgefühl aus und dankte allen Helferinnen und Helfern für ihren grenzüberschreitenden Einsatz. „Solch ein Unglück ist für alle Beteiligten eine enorme Herausforderung und eine gewaltige psychische Belastung", sagte er. "Besonders wichtig ist es, dass wir den Menschen in dieser Notsituation schnellstmöglich Hilfe leisten und Sicherheit geben können."

15 Fahrzeuge und rund 40 Kräfte des BRK-Kreisverbandes Cham leisteten ihren tschechischen Kolleginnen und Kollegen Unterstützung. Zugleich konnten zehn verletzte Personen aus Deutschland in die Krankenhäuser nach Cham, Schwandorf und Regensburg gebracht werden.

„In solchen Momenten merken wir, wie wertvoll unsere nachbarschaftlichen Beziehungen und die mit der tschechischen Seite getroffenen Vereinbarungen sind“, so Löffler weiter. Nach Abschluss der Rettungsarbeiten gehe es jetzt in erster Linie darum, dass die Verletzten bald wieder genesen und die Angehörigen gut betreut werden. „Ich wünsche den Betroffenen und ihren Familien viel Kraft in dieser schweren Zeit und hoffe, dass sie sich gut von dem Erlebten erholen."

Auch von tschechischer Seite wurde die Unterstützung der bayerischen Rettungskräfte gewürdigt: Der Chefarzt der Universitätsklinik Pilsen richtete einen persönlicher Dank an den BRK-Kreisverband für die "hervorragende Zusammenarbeit".

 

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