Österreich Mindestens drei Deutsche bei Lawinenabgang getötet

Ein Warnschild mit der Aufschrift "Stop- Lawinengefahr" in Österreich. Foto: Jakob Gruber/APA/dpa

Lawinengefahr! Bloß nicht die Pisten verlassen! Doch alle Warnungen verhallten ungehört. Mehrere deutsche Skifahrer haben es trotzdem getan - und waren trotz Lawinenausrüstung ohne Chance. Mindestens drei sind tot.

Drei Skifahrer aus Süddeutschland sind im österreichischen Lech unter einer Lawine ums Leben gekommen. Wie die Behörden am Sonntag berichteten, wurde ein Mann der vierköpfigen Gruppe am Vormittag noch vermisst.

Die vier befreundeten Skifahrer waren am Samstag den Angaben zufolge auf einer gesperrten Skiroute unterwegs. Am Abend wurden sie als vermisst gemeldet. Laut Polizei fanden die Retter die Leichen von drei Männern aus dem Raum Biberach in Oberschwaben im Alter von 32, 36 und 57 Jahren kurz vor Mitternacht. Die noch vermisste Person ist 28 Jahre alt und ebenfalls aus Süddeutschland.

Trotz ausgelöstem Airbag verschüttet

Als am Samstagabend die Frau eines Skifahrers Vermisstenanzeige stellte, gelang es den Helfern schnell, die Gruppe mittels Handy-Ortung zu lokalisieren. Eine Rettungsmannschaft stieg sofort auf.

Drei Skifahrer wurden laut Polizei gegen 23 Uhr gefunden. Sie wiesen Verletzungen auf sowie Erstickungsmerkmale. Die Wintersportler hatten die gesamte Notfallausrüstung dabei. Trotz ausgelösten Airbags wurden sie verschüttet.

Die Suche nach dem vierten Verschütteten musste wegen großer Lawinengefahr abgebrochen werden. Es war unsicher, ob sie angesichts des neuen Schneefalls zeitnah wieder aufgenommen wird. "Es ist zu fragen, ob die Suche wegen der großen Lawinengefahr zu verantworten ist", so der Sprecher. Die vier Freunde hatten einen Tagesausflug zum Skifahren nach Lech unternommen.

Appell an Skifahrer: Auf Pisten bleiben

Trotz der höchst brisanten Situation abseits der Pisten verlassen nach Beobachtung von Lechs Bürgermeisters Ludwig Muxel immer wieder Skifahrer den gesicherten Skiraum. "Sie haben beste Ausrüstung, aber das ist oft trügerisch", sagte Muxel am Sonntag. Er appellierte dringend an alle, die Pisten nicht zu verlassen.

Die Region um den Arlberg ist vor allem bei ambitionierten Skifahrern beliebt. Dort liegt stellenweise mehr als drei Meter hoch Schnee. Angesichts der Verhältnisse waren laut Webseite der Arlberger Bergbahnen am Sonntag nur 108 der insgesamt mehr als 300 Pistenkilometer offen. Rund die Hälfte der Lifte stand dort still.

Am Samstag herrschte in Lech oberhalb von 2.000 Metern Lawinenwarnstufe 3 auf der fünfteiligen Skala. Wegen weiterer Schneefälle wurde die Lawinenwarnstufe am Arlberg inzwischen auf die zweithöchste Stufe angehoben. Verbreitet wird bis zum Dienstag in Hochlagen mit rund einem Meter Neuschnee und mehr gerechnet.

 

idowa-Newsletter kostenlos abonnieren

E-Mail-Adresse:
 
 
 

0 Kommentare

Kommentieren

null

loading