Garmisch Nach Zugunglück prüft Bahn rund 200.000 Betonschwellen

Arbeiter begutachten die Anhebung eines Waggons des verunfallten Regionalzugs, der für die Bergung an einem Schienenkran hängt. Foto: Angelika Warmuth/dpa

Mehr als einen Monat nach dem schweren Zugunglück in Garmisch-Partenkirchen mit mehreren Toten will die Deutsche Bahn (DB) Tausende Betonschwellen überprüfen.

Die Arbeiten seien vorsorglich, teilte der Konzern am Mittwoch mit. Bei den untersuchten Betonschwellen handele es sich um den gleichen Bautyp wie auf dem Streckenabschnitt des verunglückten Zugs. Die dort verwendeten Schwellen würden derzeit von den ermittelnden Behörden überprüft.

Auch wenn die Untersuchungen zum Unglück noch andauerten und die Unfallursache noch nicht feststehe, wolle die Bahn die baugleichen Schwellen im Netz inspizieren und bei Auffälligkeiten austauschen.

Insgesamt sollen rund 200.000 der Schwellen im gesamten deutschen Streckennetz geprüft werden. Dies entspricht den DB-Angaben zufolge etwa 0,25 Prozent aller Betonschwellen im Netz. Im Schnitt seien die Bauteile 15 Jahre alt.

Wenn "erkennbare Veränderungen an der Oberfläche" entdeckt würden, sollen die Schwellen ausgetauscht werden. Dies sei in einigen Fällen bereits passiert. Durch die Arbeiten könne es zu Umleitungen oder Verspätungen kommen, hieß es weiter.

Am 3. Juni war ein Regionalzug in Bayern von Garmisch-Partenkirchen nach München entgleist. Vier Frauen sowie ein 13-Jähriger starben. 16 Menschen wurden schwer verletzt, etwa 50 leicht.

Zuletzt gab es immer mehr Hinweise, die für den von Anfang an bestehenden Verdacht sprachen, dass das Unglück durch technische Mängel verursacht worden sein könnte. So ist in einer Drucksache des Verkehrsausschusses des Bundestages von einer Schienenverschiebung und "zum Teil vorgeschädigten Betonschwellen" die Rede.

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