Umweltschutz Drive the electric change – 16. Februar 2018

Die Diskussion über die Reichweite und das Design der Elektro-Autos kann abschrecken. Als Stadtauto ist ein Auto, das man an der normalen Steckdose aufladen kann, aber nicht schlecht. Als die Eltern von Autorin Sophia Häns den Vorschlag machen, ein Elektro-Auto zu kaufen, war sie sofort überzeugt. Und so hässlich ist das neue Familien-Zweitauto gar nicht...

Mama und ich glauben, dass wir flexibler wären, wenn wir ein zweites Auto hätten. Aus Umweltschutzgründen kann es nur ein Elektro-Auto sein. Was haltet ihr davon?“ Mit dieser WhatsApp-Nachricht in unserer Familiengruppe war die Idee geboren und ich begeistert. Meine Antwort: „Ja! Sehr cool! Sehr gute Idee, das machen wir!“

Der nächste Tag, zehn Uhr, Probefahrt in Regensburg mit einem gebrauchten hellblauen „smart fortwo electric drive“. Auch wenn er von außen ziemlich winzig aussieht, der Smart ist innen überraschend geräumig und hoch. In den Kofferraum passt locker ein Einkauf für zwei bis drei Personen. Sonst gibt es nicht viel zu sehen. Eingebautes Navigationssystem, Radio und CD-Player. Einen Anschluss für USB- oder ein AUX-Kabel. Dank des Automatik-Getriebes ist es wirklich einfach, das Auto zu fahren. Den Hebel auf „Drive“ stellen, Gas geben, fertig.

Tückisch ist aber, dass der Elektromotor sehr leise ist. Im Straßenverkehr kann es also passieren, dass andere Verkehrsteilnehmer den Smart nicht hören. Das sollte einem in einem E-Auto bewusst sein.

Wir brauchen nicht lange, bis die Entscheidung steht. Das winzige Auto soll uns gehören. Gut zwei Wochen später kann ich das erste Mal damit fahren. Das Praktische: Der Smart passt sogar in unsere kleine Einfahrt, die bisher immer ungenutzt war.

Laden an der Steckdose

Klar, ein Ausflug weiter weg ist schwierig. Aber in der Stadt ist es unwahrscheinlich, die 160 Kilometer Reichweite auf einmal zu verfahren. Diese Reichweite gibt der Hersteller an. Wenn der Smart aufgeladen werden muss, geht das zuhause an einer normalen Haushaltssteckdose. Das Kabel dafür ist im Kofferraum verstaut. Eine volle Ladung dauert sechs bis acht Stunden. An einer Ladestation, der sogenannten „Wallbox“, die man sich zuhause installieren lassen kann, ist das Auto schon in dreieinhalb Stunden voll.

Mit einem sogenannten „Mode-3-Kabel“ können wir das Auto auch an einer Ladestation, zum Beispiel in einem Parkhaus, laden. Das dauert in etwa so lang wie an der „Wallbox“. Alle Stationen in der Nähe zeigt eine App.

Generell sollte man beachten, dass der Stand der Batterie vor dem Ladevorgang nicht über 80 und nicht unter 20 Prozent liegt.

Durch Heizung oder Klimaanlage sinkt die Reichweite des Autos. Auch durch niedrige Außentemperaturen. Wie weit man noch fahren kann, wird aber an der Ladezustandsanzeige und im Monitor hinter dem Lenkrad immer genau angezeigt.

Kein schlechtes Gewissen

Durchschnittlich 35 Kilometer fährt der typische Smart-Kunde täglich, sagt der Hersteller. Und gerade bei kurzen Fahrten, wie zum Beispiel ins Fitness-Studio, zu Freunden oder in die Stadt, hatte ich immer ein schlechtes Gewissen, wenn ich mit dem normalen Auto unterwegs war. Aber bei Schneegestöber, Regen oder anderen ungemütlichen Bedingungen will ich nicht immer mit dem Fahrrad fahren. Für diese Strecken ist es eine Erleichterung, wenn ich jetzt mit dem Smart unterwegs bin.

Nicht alles nur positiv

Besitzer von Elektro-Autos sollten aber aufpassen, woher der Strom zum Aufladen des Fahrzeugs kommt. Kommt der zum Beispiel aus umweltschädlicher Erzeugung (zum Beispiel aus Kohlekraftwerken), macht das Konzept eines Elektro-Fahrzeugs wenig Sinn.

Eine Lösung: Man erzeugt seinen eigenen Strom mit einer Photovoltaikanlage auf dem Dach. Und verwendet den für das Elektro-Auto.

Einen Überblick, wann Elektro-Mobilität sinnvoll ist, gibt es im Internet auf der Webseite des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland: www.bund.net/mobilitaet/autos/ elektroautos.

Beim Fahren mit unserem Smart vergesse ich immer wieder, dass ich in einem Elektro-Auto bin. Ich merke es einfach nicht. Wenn ich dann aber wieder daran denke, muss ich grinsen. Ich finde, ein Elektro-Auto in der Stadt ist sehr unkompliziert.

Es ist entspannend, nicht ständig zum Tanken fahren zu müssen, sondern das Auto nach einer längeren Fahrt einfach an die Steckdose zu hängen und später wieder loszufahren. Und einen Parkplatz finde ich so gut wie immer. Fast jede Parklücke ist groß genug.


 

E-Autos in der Region

Wie verbreitet sind Elektro-Fahrzeuge? Wir haben in einigen Städten und Landkreisen nachgefragt
 

Stadt Straubing

Elektro-Fahrzeuge: 32

Einwohner: 47 100
 

Landkreis Straubing-Bogen

Elektro-Fahrzeuge: 95

Einwohner: 99 200
 

Stadt Landshut

Elektro-Fahrzeuge: 66

Einwohner: 70 000
 

Landkreis Landshut

Elektro-Fahrzeuge: 179

Einwohner: 155 400
 

Landkreis Cham

Elektro-Fahrzeuge: 76

Einwohner: 126 900
 

Stadt Deggendorf und Landkreis Deggendorf

Elektro-Fahrzeuge: 94

Einwohner: 150 400
 

Stadt Regensburg

Elektro-Fahrzeuge: 190

Einwohner: 148 600
 

Landkreis Regensburg

Elektro-Fahrzeuge: 237

Einwohner: 190 500

Anmerkung der Redaktion: Die Zahlen der Elektro-Fahrzeuge stammen von September, November und Dezember 2017, sowie Januar und Februar 2018. Die Zahlen aus Deggendorf sind ungefähre Angaben. Die Elektro-Fahrzeuge aus dem Landkreis Cham beinhalten nur PKW. Die Einwohnerzahlen stammen vom Bayerischen Landesamt für Statistik, sind von Ende 2016 und gerundet.

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