Umwelt Bayerns Städte planen Kulturfestivals zum Klimawandel

Überfüllte Mülltonnen stehen auf dem Campingplatz. Foto: Daniel Karmann/dpa/Archivbild

Einwegplastikbecher, Bierdosen und Wegwerf-Besteck - nach großen Festivals müssen die Organisatoren oft Berge von Müll wegräumen. Das soll künftig nicht mehr so sein. Etliche bayerische Städte planen deswegen nun Kulturfeste mit dem Schwerpunkt Klimawandel.

Rund 20 Städte und Gemeinden aus Bayern planen bis Mitte 2023 Kulturfestivals mit dem Schwerpunkt Klimawandel. Wie das Städte-Netzwerk Stadtkultur mitteilte, wird das Augsburger Festival "Water & Sound" (28. Juli bis 7. August) den Auftakt machen. Bis zum Sommer des kommenden Jahres seien weitere Veranstaltungen unter anderem in Ansbach, Aschaffenburg, Friedberg, Ingolstadt, Kempten, Marktheidenfeld, Nürnberg, Regensburg, Scheyern, Traunreut, Traunstein, Vohburg und Würzburg geplant.

Der Trägerverein des Stadtkultur-Netzwerks hat die Reihe initiiert, um eine Veranstaltungs- und Diskussionsplattform für Beiträge aus den Kommunen zu schaffen. Die Kunst- und Kulturveranstaltungen würden durch eine Schulungsreihe zu "Kulturarbeit im Klimawandel" ergänzt, die sich an die Mitarbeiter der Verwaltungen sowie Organisatorinnen und Organisatoren von Festivals richtet.

Der Oberbegriff "Kunst und Klima" soll nach Ansicht des Vereins einerseits den Aspekt Kulturklima behandeln und andererseits den Aspekt Klimakunst. Es gehe darum, wie unser Kulturleben künftig aussehen soll. Zudem werde thematisiert, wie Großveranstaltungen zu klimaneutralen Formaten werden könnten. Die Initiatoren wollen so zeigen, welche Art von Kulturangebot in Zukunft sowohl für den Menschen als auch für die Umwelt funktionieren kann.

Das Augsburger Festival fand in der Vergangenheit als Weltmusikfest statt. In diesem Jahr wird es erstmals unter dem Oberbegriff Wasser veranstaltet. Damit wird betont, dass Augsburg vor drei Jahren wegen seines historischen Wassermanagement-Systems von der Unesco als Welterbe ausgezeichnet wurde. Heuer soll bei dem Musikfest insbesondere die Wasserversorgung in der Sahara- und Sahel-Region thematisiert werden.

Ein bekanntes Festival, das bereits sehr lange das Thema Umweltschutz und Nachhaltigkeit in den Vordergrund stellt, ist das Tollwood-Kulturfest in München. "Tollwoods ökologischen Fußabdruck so klein wie möglich zu halten und uns über die Festivalgrenzen hinaus für Mensch und Umwelt zu engagieren, sind uns zentrale Anliegen", betonen die Veranstalter dort. Auf dem Festivalgelände wird deswegen beispielsweise nur Ökostrom verwendet, Einweggeschirr ist seit Jahrzehnten bei Tollwood tabu.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

 
 
 

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