Umfrage der Woche

Buchstabieren mit Städten? Das sagen idowa-Leser


Die Stadt Regensburg könnte es als ostbayerische Vertreterin in das neue Buchstabier-Alphabet schaffen und den Namen "Richard" ersetzen.

Die Stadt Regensburg könnte es als ostbayerische Vertreterin in das neue Buchstabier-Alphabet schaffen und den Namen "Richard" ersetzen.

Von Susanne Pritscher, Redaktion idowa und mit Material der dpa

Das Deutsche Institut für Normung (DIN) kann sich vorstellen, künftig nicht mehr mit Personen- sondern Städtenamen zu buchstabieren. Die bisherige Methode sei nicht mehr zeitgemäß - so die Begründung. Wir haben unsere Leser gefragt, was sie von diesem neuen Plan halten.

Seit vergangenem Herbst arbeitet das DIN an neuen Diktierregeln. Statt wie bisher mithilfe von Vornamen wie "A" wie "Anton" oder "D" wie "Dora" zu buchstabieren, plant das Institut auf Städtenamen zu wechseln. Hintergrund dafür ist, dass für das Buchstabieren 16 Männer-, aber nur sechs Frauennamen genutzt werden. Das sei nicht mehr zeitgemäß, erklärt das DIN. Es sei außerdem nicht möglich, alle relevanten ethnischen und religiösen Gruppen und dann auch noch geschlechtergerecht ausgewogen darzustellen. Städtenamen seien ein guter Kompromiss. In dem Entwurf setzt man vor allem auf Orte, die ein Autokennzeichen mit einem Buchstaben haben. Man habe versucht, westdeutsche und ostdeutsche Bundesländer ausgeglichen auszuwählen. Chemnitz, Görlitz, Jena und fünf weitere der 26 Städte vertreten die Bundesländer in Ostdeutschland.

In unserer Umfrage der vergangenen Woche wollten wir von unseren Lesern wissen, was sie von dem Vorschlag des DIN halten. Sind die Diktierregeln noch zeitgemäß oder braucht es tatsächlich neue Regeln für das Buchstabieren?

Ergebnis der Umfrage eindeutig

Insgesamt haben 2.064 Leser bis Montag, 17.10 Uhr, bei der Frage "Was halten Sie von der Idee, beim Buchstabieren künftig Ortsnamen zu verwenden?" abgestimmt. Das Ergebnis ist eindeutig: 77 Prozent (1.590 Stimmen) halten von den neuen Diktierregeln nichts und wollen lieber bei dem etablierten System bleiben.

13 Prozent (268 Stimmen) finden dagegen, dass es solche Begriffe für das Buchstabieren gar nicht mehr brauche und nur zehn Prozent (206 Stimmen) sprechen sich für das Buchstabieren mit Ortsnamen aus.

Kein Zuspruch auf Facebook

Auf Facebook halten viele Leser die Diskussion über neue Diktierregeln für überflüssig. "Haben wir keine anderem Probleme?", fragen unter dem Post des Artikels gleich mehrere Nutzer. Das alte Buchstabieren mit den Vornamen sei in den Köpfen der Menschen eben fest verankert und brauche nicht ersetzt werden.

Andere Leser schlagen dagegen das internationale NATO-Alphabet "Alfa, Bravo, Charlie, Delta..." als Alternative vor. Das sei ebenfalls etabliert und würde zudem keine Personengruppe benachteiligen. Mit einem Augenzwinkern nimmt sich dann doch ein Nutzer der neuen Buchstabierweise mit den Ortsnamen an - allerdings nur um "So a Schmarrn" zu buchstabieren. Vollste Zustimmung für den neuen Plan der DIN findet sich auf Facebook keine.