Wer bei uns mit Bus und Bahn fährt, braucht Zeit und Nerven. Oft gibt es nur zweimal täglich Verbindungen, manchmal gar keine. Zu teuer und nicht rentabel, heißt es. Doch gerade junge Menschen wollen umsteigen. Immerhin: Es gibt Hoffnung.

Große Probleme zeigen sich im Kleinen. Zum Beispiel auf dem Weg von Wiesenfelden nach Plattling. Jonas legt die rund 50 Kilometer täglich zurück: Er geht auf die Berufsfachschule für Musik in Plattling – und würde für den Weg dahin gerne Bus und Bahn nutzen. Würde.

Am Montag beginnt der Unterricht um 8 Uhr. Um 6.37 Uhr müsste er in Wiesenfelden in den Bus steigen, um 7.15 Uhr wäre er in Straubing. Dann könnte er um 7.22 Uhr den Zug nehmen, mit dem er um 7.38 Uhr in Plattling wäre. Eine Stunde Fahrt, mit dem Auto sind es etwa 45 Minuten.

Die Schule endet um 14.45 Uhr. Der erste Zug würde um 15.07 Uhr fahren und Straubing um 15.22 Uhr erreichen. Der Bus nach Kirchroth, dort könnte er nach Wiesenfelden umsteigen, fährt aber um 15.20 Uhr. Daher müsste Jonas bis 17.05 Uhr warten, um 17.45 Uhr wäre er dann zu Hause. Über zweieinhalb Stunden Fahrt. Am Mittwoch ist erst um 17.30 Uhr Unterrichtsschluss. Mit dem Zug wäre Jonas um 17.51 Uhr in Straubing. Endstation, der letzte Bus nach Wiesenfelden geht um 17.05 Uhr.

Könnte, müsste, wäre – Jonas bleibt nur eine Alternative: das Auto.

Beispiele wie Jonas’ Strecke gibt es in unserer Region unzählige. Und es müssen noch nicht mal die rund 50 Kilometer zwischen Wiesenfelden und Plattling sein ...

Passend zum Thema: die aktuelle Folge "Ist autonomes Fahren die Rettung für den Nahverkehr?" des Freistunde-Podcasts Sprechstunde: