Überraschender Rücktritt Christian Stadler nicht mehr Trainer der DJK Vilzing

Christian Stadlers Zeit in Vilzing war eine einzige Erfolgsgeschichte. Foto: Fabian Roßmann

Christian Stadler ist nicht mehr Trainer der Bayernligamannschaft der DJK Vilzing. Das gab der Verein am Freitag überraschend bekannt. Der Erfolgstrainer, der die DJK an die Spitze der Bayernliga Nord geführt hatte, habe am Donnerstag seinen Rücktritt erklärt.

Vilzings Sportlicher Leiter Roland Dachauer zeigt sich durchaus überrascht über den Rücktritt Stadlers: "Uns traf die Nachricht in dieser Woche sehr überraschend. Christian hat mich am Dienstag über seine Pläne informiert, wir haben am Mittwoch nochmal dazu telefoniert und er hat mir dann am Donnerstagnachmittag seinen endgültigen Entschluss mitggeteilt. Wir finden die Entscheidung sehr schade und bedauern sie sehr, Christian hat in den letzten zwei Jahren hervorragende Arbeit bei uns geleistet", schildert Dachauer.

Stadler hätte Dachauer mitgeteilt, dass er nach den Entwicklungen der letzten Wochen und der aktuellen Konstellation nicht mehr absolut das Gefühl hatte, dass er den angestrebten Erfolg mit der Mannschaft erreichen kann.

Stadler: "Entscheidung macht mich sehr traurig"

"Diese Entscheidung macht mich sehr traurig, weil ich unheimlich gerne in Vilzing gearbeitet habe und wir zudem kurz vor der Ziellinie eines historischen Ereignisses stehen", erklärt Stadler. "Trotzdem ist meine Entscheidung nur konsequent." Mit der Mannschaft und den Ergebnissen in der Vorbereitung habe diese Entscheidung nichts zu tun, so Stadler. "Ich habe die sportliche Führung gebeten, wieder Ruhe einkehren zu lassen, welche bereits nach der Testspielniederlage unter meiner Regie abhanden gekommen ist, da ich ansonsten den Erfolg gefährdet sehe", führt Stadler weiter aus. "Die Ruhe, die uns immer ausgezeichnet hat und mit der wir ganz sicher auch den Aufstieg geschafft hätten", ist der Trainer überzeugt.

Stadler moniert, dass sein Appell trotz der Ankündigung von Konsequenzen nicht gehört wurde. "Ich wünsche dem Verein, den Fans, vor allem aber der Mannschaft alles erdenklich Gute und drücke die Daumen, dass der Aufstieg in die Regionalliga gelingt", so Stadler.

Dachauer über Stadler: "Hatte hohes Ansehen"

Dachauer räumte ein, dass es „angesichts des Verlaufs der Vorbereitung“ natürlich einige kritische Worte in Richtung Mannschaft gegeben habe. „Aber das ist schlicht unsere Verantwortung, den Finger zu heben, wenn wir Dinge feststellen - auch wenn es nur Kleinigkeiten sind. Wir waren auch in der Analyse von möglichen Gründen, warum wir bislang nicht an das Leistungsniveau der Vor-Coronazeit anknüpfen konnten, mit dem Trainer regelmäßig im Austausch und in vielen Punkten komplett einig", erklärt Dachauer.

Bei der DJK akzeptiere man natürlich die Entscheidung Stadlers. Es hätte kein Zerwürfnis mit Mannschaft oder Verein gegeben, "Christian hatte bei allen Verantwortlichen, den Spielern und dem gesamten Umfeld ein hohes Ansehen", so Dachauer. "Wir möchten uns bei Christian für seine Arbeit und seinem großen Anteil am Erfolg der letzten zwei Jahre ganz herzlich bedanken, Christian wird immer ein gern gesehener Gast bei uns im Stadion sein", fügt Dachauer hinzu.

Stadler in Vilzing: eine einzige Erfolgsgeschichte

Stadlers Zeit in Vilzing war eine einzige Erfolgsgeschichte. Als er im September 2018 das Amt übernahm, befand sich die Mannschaft in der Bayernliga Süd hinten drin. Mit 13 Siegen und nur einer einzigen Niederlage führte Stadler die DJK noch auf einen starken fünften Platz.

An diese Bilanz knüpften die Huthgartenkicker in der neuen Saison nahtlos an. Inzwischen in der Bayernliga Nord eingruppiert, formte Stadler aus der DJK ein echtes Spitzenteam, das zur aktuellen Corona-Unterbrechung die Tabelle anführt. Der historische Erfolg des Regionalliga-Aufstiegs ist in greifbarer Nähe.

Co-Trainer Erich Vogl übernimmt vorerst

Aktuell steht noch nicht fest, wie es auf der Trainerbank beim Chamer Bayernligsiten weitergeht. Erich Vogl hat das erste Training nach dem Stadler-Aus geleitet und wird laut Dachauer auch am Samstag das Coaching beim Spiel gegen Schalding übernehmen und bis auf Weiteres interimsmäßig als Cheftrainer fungieren.

"Erich hat ein hohes Standing in der Mannschaft, er kennt unseren Verein im Detail und daneben war er schon im letzten Jahr sehr tief in die Trainingsarbeit eingebunden", gibt Dachauer zu Protokoll. Man werde in der kommenden Woche intern über das weitere Vorgehen besprechen. Dabei gilt es laut Dachauer auch die unsichere Gesamtsituation im Blick zu haben.

 

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