Es war wahrlich kein schöner Anblick, den die Kirchgänger von St. Josef in Straubing heuer am Pfingstsonntag hatten: Sie mussten am Gehsteig vorbei an einer überquellenden Biotonne. Fleischreste lagen am Boden, Fliegen und Maden krabbelten munter herum. Ein Anblick, der sich Anwohnern eines Gebäudes an der Rennbahnstraße schon öfter geboten hat, wie erzählt wird.

Die überquellenden Mülltonnen sind ein unappetitliches Ärgernis für die Nachbarn. Doch mit ihrem Gestank machen sie auf ein Problem aufmerksam, das weitaus schlimmer ist, aber nicht so offensichtlich. Wer hier genauer hinschaut, erhält einen Einblick in die bitteren Realitäten unserer Arbeitswelt. Oder besser gesagt in die Welt von Menschen, die zumeist aus Osteuropa kommen, hier hart arbeiten an Stellen, an denen die meisten Einheimischen kein Interesse haben, die dafür kaserniert werden und diese Lebensumstände hinnehmen - weil sie keine Alternative haben.