Turbulente Zeiten Wer übernimmt die Berliner Volksbühne?

Wie geht es weiter mit der Berliner Volksbühne? Foto: Paul Zinken/dpa

Kein großes Berliner Theater hat so schwierige Zeiten hinter sich wie die Volksbühne. An diesem Mittwoch könnte offiziell werden, wer das Haus auf längere Sicht leiten soll. Ein Name kursiert.

Berlin - Seit Monaten wird nach einer neuen Leitung für die Berliner Volksbühne gesucht - jetzt will Kultursenator Klaus Lederer (Linke) über die "Zukunft der Volksbühne" informieren.

Seine Senatsverwaltung hat für diesen Mittwoch kurzfristig zu einer Pressekonferenz eingeladen. Zu einem Bericht des rbb, wonach Regisseur und Autor René Pollesch neuer Intendant werden soll, wollte sich ein Sprecher der Senatskulturverwaltung vorab nicht äußern. Das Theater am Rosa-Luxemburg-Platz hat turbulente Zeiten hinter sich.

Ein Vierteljahrhundert hatte Regisseur Frank Castorf das Haus geleitet. Dann übernahm der belgische Kurator Chris Dercon das Haus - dem Museumsexperten schlug aber viel Protest aus der Berliner Kulturszene entgegen. Dercon gab den Posten im Frühjahr 2018 wieder auf, nach weniger als einem Jahr.

Bis zum Sommer 2021 leitet nun der eigentlich als Geschäftsführer vorgesehene Klaus Dörr das Theater. Für die Zeit danach wird eine Leitung gesucht.

Mit Pollesch würde ein alter Bekannter an die Volksbühne zurückkehren: Der 56-Jährige arbeitete lange unter Castorf und leitete auch eine Nebenbühne der Volksbühne, den Prater. Pollesch arbeitete in Stuttgart, Hamburg, Wien oder auch Frankfurt. In Berlin inszenierte er am Deutschen Theater zuletzt "Cry Baby" mit Sophie Rois und "Black Maria".

Die Volksbühne mit dem Räuberrad vor dem Gebäude ist eines des wichtigsten Theater Berlins. Unter Castorf hatte das Theater bei einigen Fans Kultstatus, andere wünschten sich dagegen eine Erneuerung. Im September 2017 hatte ein Künstlerkollektiv mit dem Titel "Staub zu Glitzer" das Haus mehrere Tage besetzt.

 

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