TSV 1860 gewinnt beim 1. FC Saarbrücken Bieros Sechzger mit dem Big-Point: Löwenstark!

Sorgte für den fulminanten Start der Löwen: Doppelpacker Sascha Mölders (l.) Foto: Imago/MIS

Der TSV 1860 München gewinnt das Relegations-Hinspiel im Kampf um den Aufstieg in die 3. Liga mit 3:2 beim 1. FC Saarbrücken. Zwei Mal Mölders und Karger treffen. "Wir haben am Sonntag noch eine Mammutaufgabe vor uns".

Genau 44 Sekunden. Und alles war vergessen. Anspannung. Nervosität. Daniel Bierofkas Verbal-Keilerei mit Dirk Lottner. Der Aufmarsch von Ultras des 1. FC Saarbrücken vor dem Teamhotel des TSV 1860, eine nächtliche Böller-Attacke, Pöbeleien im Stadion. Und Sechzigs weiß-blaue Choreo inklusive Pyro-Show vor Anpfiff dieses Schicksalspiels.

44 Sekunden, und der Ball lag im Kasten. Und weil die Sechzger nicht nur einen, sondern gleich zwei Rückschläge kontern konnten, durften sie auch am Ende jubeln. Der TSV 1860 hat sich am Donnerstag im Hinspiel der Aufstiegsrelegation, das kaum mehr an Brisanz, an Dramatik und Leidenschaft hätte bieten können, durch das 3:2 (1:1) beim 1. FC Saarbrücken eine gute Ausgangsposition erkämpft – und vor dem Rückspiel im Grünwalder Stadion eine noch bessere verpasst.

Trotz des Sieges: Ziereis bremst die Euphorie

"Jetzt ist ein Spiel vorbei, trotzdem wird es am Sonntag nochmal eine Mammutaufgabe für uns, diese Mannschaft zu verteidigen", sagte Trainer Bierofka. Sechzig ging durch Torjäger Sascha Mölders (1.) und Nico Karger (47.) in beiden Abschnitten jeweils kurz nach Anpfiff in Führung, Tobias Jänicke (44.) und Joker Patrick Schmidt (75.) schlugen jeweils zurück. Und das in Unterzahl: Saarbrückens Knipser Kevin Behrens musste nach einer überharten Grätsche gegen Kodjovi Koussou früh vom Feld (25.). Als Sechzig sichtlich mit dem Spielhergang haderte, besorgte Mölders doch noch den umjubelten Siegtreffer (84.)."Das war ein brutales Spiel, unglaublich anstrengend", sagte Markus Ziereis, "viele hätten uns das 3:2 nicht zugetraut. Das war noch nicht die halbe Miete, am Sonntag zählt es jetzt richtig. Wir können uns überhaupt nicht ausruhen, weil Saarbrücken eine Riesen-Qualität hat."

Teil eins des mit so viel Spannung erwarteten Aufstiegsduells begann, wie es furioser hätte kaum starten können. Kaum hatten sich die Pyro-Schwaden aus dem Sechzger-Block verzogen und Schiedsrichter Guido Winkmann angepfiffen, bugsierte Mölders den Ball aus kürzester Distanz über die Linie. Koussou verpasste freistehend das frühe 2:0 (5.). "Von der Leidenschaft und vom Willen her hat jeder gesehen: Alle, die wir heute im Kader hatten, haben Sechzig im Herzen", meinte Kapitän Felix Weber: "Der Trainer hat vor dem Spiel nicht mehr viel sagen müssen: Wir waren alle heiß wie Frittenfett."

Sechzigs Gefühls-Achterbahn

Danach drängte jedoch Saarbrücken mit Macht auf’s Löwen-Tor: Marco Holz (8.) und Behrens (12.) vergaben Riesenchancen, bevor der Topstürmer (19 Tore) Koussou umsenste – vertretbare Rote von Winkmann. Besser hätte es für Sechzig nicht laufen können. Was folgte, war ein (weiteres) auf und ab der Gefühle: Mit Jänickes Volley-Hammer ging es in die Pause, mit Kargers abgezocktem Treffer wieder aus den Kabinen in einer Partie, die von der Intensität und unzähligen Torrauszenen lebte.

Weil Weber wegrutschte, konnte der eingewechselte Stürmer Schmid zum zweiten Mal für Saarbrücken ausgleichen, bevor erneut derjenige Löwe in Erscheinung trat, der schon für die sensationelle Ouvertüre sorgte - Mölders ließ alle Sechzger nach starker Hacken-Vorlage von Christian Köppel entkräftet, aber glücklich in den Armen liegen.

Im Rückspiel am Sonntag im heimischen Grünwalder Stadion genügt der Bierofka-Elf nun jedes Remis oder eine knappe, torärmere Pleite. Das Schlusswort für’s Phrasenschwein hat Sportchef Günther Gorenzel: "Das Ding ist noch nicht durrch."

 

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