Trotz Corona-Pandemie Keine Übersterblichkeit in Landshut im ersten Halbjahr

Die Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Sars-CoV-2-Virus prägen in Landshut das Alltagsleben. Eine Übersterblichkeit in der Bevölkerung ist laut Angaben der Verwaltung bislang nicht festzustellen. (Symbolbild) Foto: Benni Diemer

Die Corona-Pandemie bestimmt in der Stadt Landshut seit rund vier Monaten das Alltagsleben. Eine Übersterblichkeit ist für das erste Halbjahr aber trotz der Pandemie nicht zu verzeichnen. Das schreibt die Stadtverwaltung in einer Pressemitteilung. Die Einwohnerzahl seit März sank um knapp 500 auf 73.120 Bürgerinnen und Bürger Ende Juni.

Seit rund vier Monaten bestimmt die Corona-Pandemie auch in der Stadt Landshut das Alltagsleben. Bei 283 Menschen in der Stadt wurde nach aktuellen Angaben des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) das Sars-CoV-2-Virus nachgewiesen, neun Landshuterinnen und Landshuter sind an oder mit Covid-19 gestorben.

Von einer zuletzt vor allem in überregionalen Medien thematisierten, Corona-bedingten Übersterblichkeit könne in Landshut aber bislang keine Rede sein: Vom 1. Januar bis zum 30. Juni 2020 wurden der Stadt insgesamt 416 Sterbefälle gemeldet. Das waren zwar zwei mehr als im Vorjahreszeitraum, allerdings ist dabei zu berücksichtigen, dass 2020 ein Schaltjahr und der Betrachtungszeitraum damit um einen Tag – beziehungsweise genau diese 0,5 Prozent – länger ist. Im Vergleich mit dem ersten Halbjahr 2018 ist ein Rückgang um 25 Sterbefälle zu verzeichnen. Und gegenüber dem ersten Halbjahr 2017, als in Landshut 455 Menschen starben, waren in den ersten sechs Monaten 2020 sogar 39 Tote weniger zu beklagen.

Oberbürgermeister Alexander Putz sieht in diesen Zahlen eine Bestätigung für den vorsichtigen Kurs, den Stadt und Freistaat bei der Bekämpfung der Pandemie steuern. Das sei übrigens auch in wirtschaftlicher Hinsicht der sinnvollste Weg, denn: „Wir müssen unbedingt einen neuerlichen starken Anstieg der Infektionszahlen vermeiden, der dann wieder strengere Einschränkungen womöglich bis hin zu einem zweiten Lock-Down erforderlich machen würde.“

Im Landshuter Klinikum wurden seit Ausbruch der Pandemie insgesamt bisher etwa 180 Corona-Infizierte aus der Region Landshut versorgt, rund ein Fünftel davon auf der Intensivstation. In der Spitze befanden sich bis zu 65 Covid-19-Patienten in stationärer Behandlung. 13 davon lagen zu diesem Zeitpunkt auf der Intensivstation, viele von ihnen mussten beatmet werden. 

Die Corona-Pandemie hat dennoch Auswirkungen auf die Einwohnerzahl der Stadt Landshut. Diese ist im Juni zum vierten Mal in Folge gegenüber dem Vormonat gesunken. Im Februar 2020 wurde mit 73.606 Bürgerinnen und Bürgern noch ein neues Allzeithoch verzeichnet, Ende Juni waren dagegen nur noch 73.120 Männer und Frauen mit Wohnsitz in Landshut gemeldet. Laut Statistiker Berthold Bär sind die Gründe für diese Entwicklung insbesondere in einem starken Rückgang der Zuzüge zu suchen. „Das über eineinhalb Jahrzehnte anhaltende, kräftige Stadtwachstum war ja zu erheblichen Teilen auf Zuwanderung nicht zuletzt aus dem Ausland und hier schwerpunktmäßig auf Arbeitsmigration aus den osteuropäischen EU-Mitgliedsstaaten zurückzuführen“, erläutert Bär. „Durch den pandemiebedingten Einbruch der Konjunktur sind einerseits zahlreiche Arbeitsplätze insbesondere in der Zeitarbeit weggefallen. Andererseits war Zuzug aus dem Ausland aufgrund der monatelangen Grenzschließungen gar nicht möglich.“

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