Triftern/Simbach am Inn Flut-Chaos: Jetzt kommen die Diebe und Plünderer

Zusätzlich zu den Schaulustigen müssen sich die Polizisten im Hochwassergebiet in Rottal-Inn jetzt auch noch mit Plünderern herumschlagen. (Symbolbild) Foto: Sven Hoppe/dpa

Manche Menschen haben eben keine Skrupel und versuchen sogar noch, aus der Not Anderer Kapital zu schlagen. Was sich dieser Tage im Hochwassergebiet im Landkreis Rottal-Inn abspielt, spottet jeder Beschreibung.

Man sollte meinen, sowohl die Flutopfer als auch die dortigen Einsatzkräfte hätten mit den Wassermassen und den Unmengen an Schlamm schon genug zu kämpfen. Mitnichten. Stattdessen muss insbesondere die Polizei noch an einigen weiteren Fronten kämpfen. Da wäre zum einen das immer schlimmer werdende Gaffer-Problem.

Dann gab es am Donnerstag zu allem Überfluss auch noch die ersten Plünderer. Drei junge Burschen, die sich Zigaretten im Wert von mehreren hundert Euro aus einem unbesetzten Kiosk stehlen wollten.

Und jetzt auch noch das: Die Plünderungen und Diebstähle gehen weiter!

Im Zeitraum von Donnerstag auf Freitag wurde einem Mann in Triftern seine Ducati gestohlen. Das Motorrad war ursprünglich in einem Schuppen untergebracht. Die Flut hatte das Bike herausgespült. Danach lag das Motorrad vor dem Schuppen. In all dem Chaos deckte der Besitzer die Ducati vorläufig notdürftig mit einer Plane ab. Am Freitag gegen 15.30 Uhr war das Motorrad plötzlich weg. Das Bike hat einen Wert von rund 9.000 Euro. Wegen des schweren Gewichts geht die Polizei hier von mehreren Tätern aus.

Der nächste Zwischenfall am Freitagnachmittag. Gegen 16.30 Uhr wurde ein 57-jähriger Mann aus Triftern dabei beobachtet, wie er einen E-Herd, der vor einem betroffenen Haus stand, ungefragt in sein Auto lud. Im Rahmen der Fahndungsmaßnahmen konnten die Polizisten den 57-Jährigen ausfindig machen. In seinem Auto befanden sich außerdem noch etliche Dekoartikel, die er sich in einem betroffenen Geschäft in Triftern unter den Nagel gerissen hatte.

Freitagnacht wurde dann der Nächste erwischt. Um kurz vor 22 Uhr beobachteten Helfer einen jungen Mann mit einer Plastiktüte, der sich verdächtig lange vor einem überschwemmten Haus in Simbach am Inn aufhielt. Bei der Personenkontrolle durch die Polizei wurden in der Plastiktüte etliche CDs gefunden. Laut eigenen Angaben hatte der 35-Jährige diese CDs gefunden und für sich eingesammelt. Er hatte sie als Müll angesehen. Ihn erwartet jetzt eine Anzeige wegen Fundunterschlagung.

In diesem Zusammenhang weist die Polizei nochmals darauf hin, dass es nicht zulässig ist, vermeintlichen Müll vor vom Hochwasser betroffenen Gebäude einfach mitzunehmen. Hier werden Strafverfahren wegen Diebstahls oder Unterschlagung eingeleitet.

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