Trauerfeier live aus dem Michel Hamburg nimmt Abschied von Jan Fedder

Der Schauspieler Jan Fedder 2015 bei Dreharbeiten zur ARD-Serie "Großstadtrevier". Er ist im Dezember 2019 im Alter von 64 Jahren gestroben. Foto: Christian Charisius/dpa

Der Hamburger Jung Jan Fedder hatte sich eine Trauerfeier im Michel gewünscht - neben geistlichen Liedern sollen auch Songs von Michael Jackson und Deep Purple erklingen.

Familie, Freunde und Fans nehmen heute im Hamburger Michel Abschied von Schauspieler Jan Fedder. Zur Trauerfeier haben sich zahlreiche Prominente angekündigt, darunter Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD), TV-Koch Tim Mälzer und Schauspieler wie Ben Becker und Axel Milberg.

Flaggen im Hafen auf Halbmast 

Auch die Kollegen der Fernsehserien "Großstadtrevier", "Neues aus Büttenwarder" und aus dem Film "Das Boot" wollen ihrem Weggefährten die letzte Ehre erweisen. Die Elbschiffe flaggen halbmast und schwarz. Zudem lassen sie ihre Schiffshörner erklingen, Taxi-Zentralen lassen schwarze Fahnen wehen. 

Fedder war am 30. Dezember im Alter von 64 Jahren nach langer Krankheit in Hamburg gestorben. Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) überträgt die Trauerfeier live und hat für die Fans vor der Kirche eine Großbildleinwand aufgebaut. Die Übertragung beginnt um 13.45 Uhr, die Trauerfeier um 14 Uhr.

Trauerzug auf der Reeperbahn

Hauptpastor Alexander Röder wird den Gottesdienst leiten. Anschließend werden ARD-Programmdirektor Volker Herres, der frühere NDR-Intendant Lutz Marmor, Polizeipräsident Ralf Martin Meyer und Fedders Ehefrau Marion sprechen. Fedder, der auf St. Pauli aufgewachsen ist, hatte sich eine Trauerfeier im Michel gewünscht. Hier war er getauft und konfirmiert worden und hatte 2000 seine Frau Marion geheiratet.

Wie Röder bereits verraten hatte, werden neben geistlichen Liedern auch Songs von Michael Jackson und Deep Purple gespielt, die sich Fedder gewünscht habe. Nach der Trauerfeier sollen Polizisten den Sarg zum Leichenwagen tragen, der anschließend eine Runde über die Reeperbahn drehen wird.

Hamburger Polizei nimmt rührend Abschied

Mit einem kryptischen Funkspruch verabschiedete sich die Hamburger Polizei am 11. Januar von ihrem Ehrenkommissar. "Peter 14/2 geht in Status 6 - alle Michel ENDE", heißt es in einer Traueranzeige, die die Polizei am Samstag im "Hamburger Abendblatt" und auf Twitter verbreitete.

"Peter 14/2" war der Streifenwagen von Polizist Dirk Matthies in der ARD-Serie "Großstadtrevier", den Fedder 28 Jahre lang spielte. Der Oberkommissar versah seinen Dienst am Polizeikommissariat 14. "Status 6" bedeutet in der internen Kommunikation "außer Betrieb", wie ein Polizeisprecher erklärte. Als "Michel" werden die Funkbereiche in Hamburg bezeichnet, "alle Michel" heißt demnach "ganz Hamburg".

Der "letzte Funkspruch in aller Stille" ist von Polizeipräsident Ralf Martin Meyer unterzeichnet. "Wir sagen danke - und ebenso leise tschüss!", heißt es in der Anzeige. Bis zur Trauerfeier am Dienstag in der Hauptkirche St. Michaelis konnte noch in einem Raum der Stille an der Davidwache kondoliert werden.

Der beliebte Schauspieler spielte 28 Jahre in der ARD-Serie "Großstadtrevier" den Hamburger Polizisten Dirk Matthies, der auf dem Kiez für Recht und Ordnung sorgte. Mit unverwechselbarer Stimme und Akzent machte Fedder norddeutsche Charaktere zu seinem Markenzeichen. Neben dem "Großstadtrevier" drückte er auch der Serie "Neues aus Büttenwarder" als Bauer Brakelmann seinen Stempel auf. Auch für vier Siegfried-Lenz-Verfilmungen stand er vor der Kamera.

Weitere Artikel

 

idowa-Newsletter kostenlos abonnieren

E-Mail-Adresse: