Trainerneuling Wagner Ein "bayerischer Jürgen Klopp"

Soll die SpVgg Unterhaching zurück in den Profifußball führen: Trainernovize Sandro Wagner. Foto: Fotostand/imago

Nach einem Spiel befördert: Trainernovize Sandro Wagner soll die SpVgg Unterhaching zurück in den Profifußball führen.

Präsident Manfred Schwabl nennt Sandro Wagner den "bayerischen Jürgen Klopp", die Fans träumen von einem "Hachinger Julian Nagelsmann". Doch der Trainernovize will von solchen Vergleichen nichts hören. "Ich möchte nullkommanull mit solchen Leuten in Verbindung gebracht werden, auch wenn ich sie sehr schätze", sagt Wagner und betont: "Ich bin Sandro Wagner - und ich möchte meinen eigenen Weg gehen."

Sandro Wagner: Extrovertiert und demütig zugleich

Dieser Weg beginnt für Wagner in der "Almhütte" am Stadion des Regionalligisten SpVgg Unterhaching, wo er in urigem Ambiente unter einem riesigen Hirschgeweih sich und seine Ziele vorstellt. Der frühere Profi und TV-Experte (DAZN, ZDF) gibt sich gewohnt extrovertiert - aber auch demütig. Klopp und Nagelsmann, das seien "ganz tolle Namen, da muss ich ganz, ganz, ganz, ganz viel beweisen, dass ich irgendwann mal da hinkomme".

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Wagner ist ein blutiger Anfänger. Präsident Schwabl hat ihn nach nur einem Spiel bei der Hachinger U19 zum Chef der aus der 3. Liga abgestiegenen Profis befördert. In seinem zweiten und letzten Spiel bei den Junioren stieg der 33-Jährige, der mit seiner Frau und seinen "vier kleinen Raubtieren" in der Münchner Vorstadt lebt, gleich in die Bundesliga auf. "Ich habe irgendwann mal gesagt: Ich suche einen bayerischen Jürgen Klopp", erzählt Schwabl, "ich habe nur nicht gewusst, wen." Irgendwann habe Wagner vor ihm gestanden, ein Seelenverwandter. "Wir ticken gleich", sagt Schwabl.

Wie genau? "Ich habe nie Angst gehabt in meinem Leben, weder sportlich noch privat. Ich brauche Herausforderungen", sagt Wagner und liegt damit auf einer Linie mit seinem Boss, der die SpVgg an die Börse führte. Gemeinsam wollen sie zurück in die 3. Liga. "Jeder will, jeder muss hoch", sagt Schwabl, sein Trainer hat dafür zwei Jahre Zeit.

Schwabl "geht das Herz auf"

Wagner ist "Feuer und Flamme" für seinen neuen Job. Das beweist er beim Training, wo er lautstark dirigiert, die Taktiktafel stets griffbereit. Schwabl sagt, ihm "geht das Herz auf", wenn er Wagner zusehe.

Sein Liga-Debüt gibt er am Donnerstag (18.30 Uhr) beim unterfränkischen TSV Aubstadt. Wagner erwartet gegen Bayern München II, Heimstetten, Illertissen oder Eichstätt "eklige Schlachten".

Vorbereitet hat er sich und seine sehr junge Mannschaft unter anderem mit allen Videos, "die ich auf Youtube gefunden habe". Jetzt, sagt der achtmalige Nationalstürmer (fünf Tore), "kenne ich jeden Spieler, sogar die Geschwister der Spieler".

Schwabl überzeugt: Wagner wird mal ein Bundesliga-Trainer sein

Mit dieser Akribie, mit seinem Enthusiasmus und dem Gefühl für junge Kicker werde es Wagner weit bringen, glaubt Schwabl: "Ich bin mir sicher, dass er in den nächsten zehn Jahren ein Bundesliga-Trainer sein wird."

 
 
 

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