Der 16. Juli 1951 hat sich tief in Joseph Krapfs Gedächtnis gegraben. An jenem Montag vor 70 Jahren musste der Neunjährige mitansehen, wie in einer Flutwelle, die sich zwischen Gaindorf und Achldorf ihren Weg bahnte, sein gleichaltriger Klassenkamerad Georg Gillhuber unterging.

"Man hörte noch so etwas wie einen Todesschrei, sah mal eine Hand - dann war er verschwunden." Zwei Tage nach dem Unglück haben Kinder von den Grieshäusl-Baracken die Leiche des Jungen an einem Strauch in den Vilswiesen entdeckt. Auf dem Friedhof in Oberenglberg ist Georg Gillhuber beerdigt worden.

Längst ist der Fußweg, den Joseph Krapf einst von seinem Elternhaus in Achldorf zur Volksschule und zur Kirche in Gaindorf nahm, einer Straße gewichen. Unweit des Unglücksorts steht seit bald sieben Jahrzehnten eine Trauerweide und in deren Schatten ein Gedenkstein, der an die Tragödie vom Sommer 1951 erinnert.