Tour über die Grenze Auf dem Drahtesel von Regensburg nach Pilsen

Stephan Schober (rechts) und die weiteren Mitglieder des Rennrad-Vereins Radsport Victoria Regensburg wollen auch in diesem Jahr wieder ihre Ausdauer bei der "Regensburg-Pilsen &ReTour" beweisen. Foto: Wilhelm Plettl

Von Regensburg nach Pilsen und zurück. Für den Radsport-Verein Victoria steht jedes Jahr Ende August eine ganz besondere Tour an. Was macht den Reiz der 360 Kilometer langen Fahrt ins Nachbarland aus? Das erklärt mit Stephan Schober einer der Teilnehmer im idowa-Interview. 

Herr Schober, am Wochenende geht es wieder von Regensburg nach Pilsen. Was macht für Sie die Tour aus?
Stephan Schober: Je langsamer man eine Strecke zurücklegt, desto schöner ist es. Man lernt die Landschaften viel besser kennen, als wenn man mit dem Auto fährt. Zudem muss man sich um nichts kümmern, das ist einfach geil. Für mich ist die Tour jedes Jahr wieder ein kleines Highlight. Dieses Mal darf meine kleine Tochter mitkommen. Sie fährt in einem Begleitfahrzeug mit - dadurch entlasten wir die Mama, die das ganze Wochenende dann frei hat.

Jetzt fahren Sie das dritte Mal die gleiche Tour mit. Wird das nicht irgendwann langweilig?
Schober: Für mich macht es das nicht reiz-ärmer. Wir fahren in der Gemeinschaft, es gibt viel zu sehen und viel zu reden.. (pausiert). Das ist immer wieder schön. Zum Beispiel gilt man ab 15 Verkehrsteilnehmern als ein Fahrzeug, die hinteren gelten als Hänger auf der Straße. Wir fahren zu zweit nebeneinander, da dauert es schon mal eine ganze Ampelschaltung von grün bis rot, bis alle Teilnehmer die Straße überquert haben. Wir sind ein Tross und quasi Freiwild.

Was war denn bislang das schönste Ereignis auf der Fahrt?
Schober: Da gibt es kein spezielles Ereignis. Das Fahren in einer Traube in ein anderes Land ist etwas Besonderes. Außerdem ist es in Zeiten der Flüchtlingskrise schon cool, ohne Einschränkung über die Grenze zu fahren. Sie müssen wissen: Ich bin selbst eingewandert. Außer das alte Zollhäuschen, in dem schon lange keiner mehr sitzt, merkt man nicht, dass man sich jetzt in einem anderen Land befindet.

Gab es denn auch schon Unfälle und Stürze?
Schober: Ja, das gehört leider dazu. Vor allem an Bahnübergängen muss man aufpassen, denn die dünnen Reifen rutschen leicht in die Schienen. Man sollte sie möglichst im 90 Grad-Winkel überqueren. Manchmal gibt es auch ein kleines Gerangel, weil einer mit der Fahrsituation unzufrieden ist.

...inwiefern?
Schober: Entweder geht es dem Fahrer dann zu langsam, das bekommt man von den Bayern dann schon deutlich mitgeteilt oder ein Fahrer meint, dass nicht genügend Abstand eingehalten wird. Es muss auf alle aufgepasst werden und wenn der Abstand nicht eingehalten wird, kann bei der Geschwindigkeit bei dem kleinsten Kontakt etwas passieren.

Wir bereitet man sich denn auf eine solche Tour vor?
Schober: Ich persönlich bereite mich nicht explizit darauf vor. Ich bin das gesamte Jahr im Training. Man muss einfach ordentlich Kilometer in den Beinen zu haben.

...das bedeutet?
Schober: Man sollte schon fit und viel mit dem Rad unterwegs sein. Ich versuche, dass ich in der Woche ungefähr 220 Kilometer mit dem Rad unterwegs bin. Ich fahre jeden Tag zehn Kilometer in die Arbeit und wieder zurück, zudem fahre ich auch in der Freizeit sehr gerne.

Fahren Sie dann nur Rennrad?
Schober: Bei uns in de Gruppe gibt es einige, die sich nur auf das Rennrad beschränken. Ich persönlich bin da anders. Ich bin viel mit dem Mountainbike unterwegs und im Winter halte ich mich, wenn das Wetter nicht mitspielt, beim Indoor-Cycling, im Volksmund auch ,Spinning‘ genannt, im Fitnessstudio fit. Da ist es mir aber wichtig, dass der ,Instructor‘ einem richtig einheizt und einen motiviert.

 
 

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