Top 10 Spiele Das sind die zehn angesagtesten Spielwaren

Alissa spielt am Rande der Jahrespressekonferenz des Bundesverbandes des Spielwaren-Einzelhandels (BVS) mit dem Korallenpavillon von Playmobil. Das Spielzeug gehört zu der vom BVS herausgegebenen Liste der «Top 10 Spielzeuge 2019». Foto: Daniel Karmann/dpa

In den Spielzeuggeschäften ist jetzt Hauptsaison. Die Branche bekommt die Konsumfreude der Verbraucher zu spüren. Der Deutsche Verband der Spielwarenindustrie verkündete auch die Top 10 der angesagtesten Spielsachen.

Jedes Jahr vor Weihnachten stellen sich Eltern erneut die Frage, was - und vor allem wie viel - sie ihren Kindern schenken. Die Wunschlisten sind lang, die Verlockungen in den Spielzeuggeschäften groß. In diesem Jahr könnte es an Heiligabend viele leuchtende Kinderaugen geben. "Die Deutschen sind in Kauflaune", sagte der Geschäftsführer des Handelsverbands Spielwaren, Steffen Kahnt, am Dienstag in Nürnberg. Und gerade bei den Kindern werde am wenigsten gespart.

Für die Spielzeuggeschäfte liegt Weihnachten in diesem Jahr besonders günstig. Der 23. und der 24. Dezember fallen auf einen Montag und Dienstag, die die Kunden für "Last-Minute-Einkäufe" nutzen können. "Da wird es noch mal richtig rund gehen", ist sich Kahnt sicher. November und Dezember sind für die Spielwaren-Händler traditionell die wichtigsten Monate des Jahres. Da erzielen sie 40 Prozent ihres Jahresergebnisses.

"Wir gehen ziemlich zuversichtlich ins Weihnachtsgeschäft", sagte Kahnt. 3,4 Milliarden Euro werden die Deutschen den Prognosen zufolge am Ende des Jahres für Spielzeug ausgegeben haben, drei Prozent mehr als im Vorjahr. Neben wachsenden Einkommen kurbelt auch die seit Jahren steigende Geburtenrate die Nachfrage nach Spielzeug an. Deshalb blickt die Branche schon optimistisch auf das nächste Jahr.

Top 10 der angesagtesten Spielzeuge

  1. Korallenpavillon mit Leuchtkuppel von Playmobil
    In den Tiefen des Ozeans sammeln die Meermenschen magische Perlen, die das Unterwasserreich erleuchten, wenn sie die Leuchtkuppel der Perlenbahn im Korallenpavillon passieren.
  2. Adventure Games - Das Verlies von Kosmos
    Die Spieler erwachen in einem dunklen Kerker und müssen Hinweise finden, um fliehen zu können.
  3. Action & Reaction - Maxi-Set von Clementoni
    Das Experimentierset umfasst sechs wissenschaftliche Spiele.
  4. Hidden Side Newbury's spukende Schule von Lego
    Mit einer auf Augmented Reality basierender App können Kinder im physischen Bau-Set eine interaktive Geisterwelt sichtbar machen.
  5. Farm World "Pony Agility" Sets von Schleich 
    Die verschiedenen Parcours- und Hinderniselemente lassen sich beliebig untereinander kombinieren.
  6. Fisher-Price BlinkiLinkis Faultier von Mattel GmbH
    Das Faultier bringt ein Kleinkind körperlich und geistig in Schwung.
  7. furEal Cubby, mein Knuddelbär von Hasbro
    Das interaktives Kuscheltier besitzt mehr als 100 Geräusch- und Bewegungskombinationen. 
  8. Revellino - My First RC Car von Revell
    Die Autos aus Plüsch lassen sich mit einer kindgerechten Fernsteuerung bewegen.
  9. tiptoi active Set Dschungel-Olympiade von Ravensburger
    Als Affenbande turnen Kinder im Team eine Vielzahl lustiger Aufgaben nach wie "auf einem Bein balancieren".
  10. Claas Xeruion 5.000 TRAC VC mit App-Steuerung von Siku
    Mit einer App auf einem Smartphone oder Tablet ist es möglich, den Traktor zu steuern.

Brettspiele, Holzspielzeug, Puppen, Kuscheltiere und Modelleisenbahnen finden sich in vielen Kinderzimmern. Die klassischen Spielzeuge seien 2019 die Wachstumstreiber für die Hersteller gewesen, sagte der Geschäftsführer des Deutschen Verbandes der Spielzeugindustrie, Ulrich Brobeil. Das kann auch Julian Wandinger vom Spielwarengeschäft Frechdax in Straubing bestätigen: "Es geht wieder 'back to the roots'. Unsere Kunden setzen auf Qualität und kaufen gerne Holzspielzeug. Zudem wird weniger nach elektronischen Spielsachen gefragt." Sehr oft verkaufe das Geschäft den Bagger von Lego Technic und Götz-Puppen mit langen Haaren. Dass bei Spielzeugen die Elektronik weniger wichtig ist, das stellt auch Corinna Kerscher von der Spielwarenabteilung im Möbelhaus Wanninger in Straubing fest. "Es verkaufen sich die magnetische Kugelbahn von Ravensburg, Puppen und Spielsachen mit Schleim gut."

Besonders gefragt waren bei den Kindern in diesem Jahr Pokémon-Sammelkarten und andere Produkte mit den kleinen Comic-Taschenmonstern. Kleine Püppchen, die als Überraschung eingepackt sind, kamen bei Mädchen sehr gut an. "Die Mädchen lieben einfach alles, was mit Sammeln und Überraschen zu tun hat", sagte Kahnt. 1,6 Millionen dieser Figuren wurden von Oktober bis Januar verkauft.

Zu Weihnachten füllen auch viele interaktive Spielzeuge die Regale in den Geschäften. Darunter sind zum Beispiel Kuscheltiere, die mit Kindern kommunizieren und sich bewegen. Per App lassen sich klassische Spielzeug-Traktoren steuern und Bauklötzchen-Spielwelten erwachen quasi zum Leben. 

Fanartikel werden immer beliebter

Eine große Rolle für die Branche spielen auch Fanartikel zu Filmen, Serien und Computerspielen wie "Harry Potter", "Drachenzähmen leicht gemacht" und "Fortnite". Der Markt mit den Lizenzen ist nach Angaben von Marktforschern von Januar bis Oktober um fünf Prozent gewachsen und damit stärker als der Gesamtmarkt. Ein Dauerbrenner sei "Die Eiskönigin", sagte Kahnt. Mit dem Start des zweiten Teils des Animationsfilms erwarten die Händler wieder einen Hype um die Produkte.

Beim Spielzeugverkauf gewinnt das Internet zunehmend an Bedeutung. 40 Prozent ihrer Einkäufe erledigen die Kunden inzwischen online. Das setzt traditionelle Geschäfte unter Druck. Jedes Jahr geben nach Angaben von Kahnt etwa 100 Spielwarenhändler auf. Am erfolgreichsten seien deshalb Geschäfte, die eigene Onlineshops unterhielten.

Greta-Thunberg-Effekt macht sich bemerkbar

Viele Hersteller wollen künftig Spielzeug umweltbewusster herstellen und auch Verpackungen einsparen. "Der Greta-Thunberg-Effekt ist auch in der deutschen Spielwarenindustrie angekommen", sagte Brobeil mit Anspielung auf die schwedische Klimaschutzaktivistin. Auch der "Green Deal" der EU-Kommission, der einen Wandel zu einer klimaneutralen Wirtschaft in Europa vorsieht, werde sich auf die Spielzeugproduktion auswirken.

 

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