Stefan Schmalzl mag eigentlich Seerosen. Als Berufsfischer ist ihm die ganze Natur wertvoll und wichtig. Und die Seerosen, die sonst an seichten Ufern gedeihen, können auch gar nichts dafür, dass sie hier in Massen wuchern. "Wunderschön, gell? Aber nicht natürlich. Da unten ist kein richtiger Altwassergrund mehr, keine Kiesbank, sondern Schlamm. Meterdick." Da, wo die Wasserpflanzen die Verlandung anzeigen, beginnt eine Todeszone für jeden Donaufisch.

Es stinkt nach faulen Eiern und schlechter Verdauung

Mit einer Stange sticht Schmalzl zwischen die dicken grünen Blätter. Kaum einen Meter tief, schon steigen dicke Blasen vom Grund herauf. Rund um die Zille riecht es sofort nach faulen Eiern und schlechter Verdauung. "Hier lieber nicht rauchen", witzelt der kräftige Mann, während er die Stange weiter hinab treibt. Er hängt sich jetzt richtig rein, aber so sehr er sich abmüht, er kommt mit der vier Meter langen Stange nicht mehr bis zum eigentlichen Altwasserboden durch. Irgendwo bei zweieinhalb Metern ist Schluss, wird der Schlick zu immer dichterem Lehm.

"Das ist absolut luft- und wasserdicht. Leben kann da drin nichts mehr." Nachts, wenn die Seerosenwurzeln den tagsüber produzierten Sauerstoff wieder verbrauchen, beginnt das Sterben auch oberhalb der Schlammdecke jedesmal von Neuem. Fischen kann Schmalzl hier in Pfatter schon lange nicht mehr: "Alles was in der Früh in unseren Reusen liegt, ist längst tot."