Tobias Madl ist Hacker So kannst du deine Daten schützen

Tobias Madl ist 25 Jahre alt und Hacker. 2018 hat der gebürtige Münchner das Nationalteam bei der „Cyber Security Challenge“ als Kapitän zum EM-Titel geführt. Tobias arbeitet bei einer Firma, die die digitale Sicherheit anderer Agenturen verbessert. Foto: Mike Sewell

Ein junger Hacker hat sehr persönliche Daten vieler Politiker und Promis veröffentlicht. Tobias Madl ist ebenfalls Hacker – aber mit guten Absichten. Mit der Hackernationalmannschaft wurde er im vergangenen Jahr Europameister bei der Cyber Security Challenge*. Er findet: Die größte Sicherheitslücke ist der Mensch. Daher gibt er Tipps, wie du deine Daten schützen kannst.

Soziale Medien

Du nutzt das Angebot eines gewinnorientierten Konzerns, das kostenlos, aber nicht umsonst ist. Facebook verdient mit Werbung, aber auch mit der Nutzung und dem Verkauf deiner Daten. Ein Beispiel: Postest du Fotos von deinem Hund, denkt der Algorithmus, dass du Hundebesitzer bist. Diese Info wird zum Beispiel an Amazon weitergegeben. Daraufhin setzen sie deinen Kaufpreis für Hundefutter höher. Auch etwas im Nachhinein zu löschen, bedeutet nicht, dass es nicht mehr im Web existiert. Worüber kaum jemand nachdenkt: Bei der Registrierung bei Facebook und Co. wird auf die Altersbeschränkung hingewiesen. Das liegt daran, dass sie sich mit Daten junger Nutzer strafbar machen. Warum das so ist, darüber macht sich kaum jemand Gedanken. Eine Altersbeschränkung ist dazu da, einen Personenkreis zu schützen

 

Virenscanner

Einerseits sind Virenscanner relativ nutzlos. Täglich wird eine unüberschaubare Menge an Viren entwickelt. Die Hersteller der Virenscanner schaffen es da nicht, ihre Datenbanken ständig mit den neuen Viren zu pflegen. Deshalb kann ein Virenscanner nie für hundertprozentigen Schutz sorgen. Andererseits haben sie ihre Daseinsberechtigung. Denn bei bekannten Viren sind sie effektiv. Im Umkehrschluss solltest du dir nicht denken: Virenscanner an – Hirn aus, sondern den Scanner als zusätzliche Sicherheitshilfe sehen, ohne dich in vollkommener Sicherheit zu wiegen.

 

Passwörter

Nutze nicht ein Passwort für alle Programme. Wem das schwer fällt: Lass den Kern des Passwortes gleich und füge an den Anfang den Namen der Seite, für die das Passwort gilt. Eine weitere Möglichkeit ist ein Passwortmanager. Zu empfehlen sind acht- bis zehnstellige Passwörter, bestehend aus Zahlen, Groß- und Kleinbuchstaben und Sonderzeichen. Die Sicherheit eines Passwortes ist eine einfache mathematische Rechnung. Die Länge eines Passwortes wird multipliziert mit der Anzahl der verschiedenen Zeichen. Das Ganze steigt damit exponentiell an.

 

Alexa und Smart Home Geräte

Solche Geräte schicken Daten, die sie aus ihrer Umgebung aufnehmen, an die Hersteller, bei Alexa zum Beispiel an Amazon. Alexa ist damit nichts anderes als eine Wanze. Zu Stasi-Zeiten wurden Menschen heimlich abgehört – heute stellst du dir Alexa freiwillig ins Wohnzimmer und zahlst auch noch dafür. Smart Home Geräte sind nicht böse. Du solltest dich aber fragen: Muss das Gerät immer eingeschaltet sein? Abgeschlossene Systeme, die nicht an Konzerne gebunden sind, werden der Funktion von Smart Home Geräten genauso gerecht.

 

*Die Cyber Security Challenge ist die Europameisterschaft im Hacken. Im vergangenen Jahr traten 17 Nationalteams bei einem zweitägigen Wettkampf gegeneinander an. Die Aufgaben bestanden darin, Sicherheitslücken aufzudecken, um beispielsweise Server erfolgreich anzugreifen. Jede Nationalmannschaft besteht aus zehn Hackern, von denen jeder ein eigenes Spezialgebiet hat.

 

idowa-Newsletter kostenlos abonnieren

E-Mail-Adresse:
 
 
 

0 Kommentare

Kommentieren

null

loading