An dieser Stelle geben LZ-Redakteure ihre ganz persönlichen Tipps für die Freizeit. Von Ausstellungen über Buchempfehlungen bis zu Geheimtipps in der Stadt. Heute empfiehlt Rita Neumaier das Olaf-Gulbransson-Museum in Tegernsee.

Olaf Leonhard Gulbransson (1873-1958) war Maler, Grafiker und Karikaturist. Verleger Albert Langen holte den massigen Norweger für sein 1896 gegründete Satiremagazin "Simplicissimus" nach München, wo er mit seinen ebenso humorvollen wie geistreichen Titelblättern sehr bekannt wurde.

Während der Zeit der Nazi-Herrschaft zeichnete er weiter für das Magazin, das jedoch auf den Kurs der NSDAP gebracht wurde. Gulbransson wurde jedoch kein Parteimitglied. "Er fügt sich den Vorgaben und erkennt die eingeschränkten Handlungsspielräume an", heißt es in dieser Zeit über den von den Nazis hofierten Künstler, und zeichnete für den "Simplicissimus" bis zu dessen endgültiger Einstellung 1944. Als Künstler blieb Gulbrannsson sein Leben lang erfolgreich - sein feinfühliger Strich wurde gerühmt, wie auch seine treffenden Porträts. Am Tegernsee fand er eine Gegend, die ihn an seine norwegische Heimat erinnerte, dort kaufte er sich den sogenannten Schererhof und führte ein naturverbundenes Leben.

Filme, die im Museum gezeigt werden, zeigen ein auch noch im hohen Alter kraftstrotzendes Mannsbild, das sich am liebsten im Freien und gänzlich nackert aufhielt - auch beim Malen. Der Architekt Sep Ruf, der auch den Kanzlerbungalow entwarf, konzipierte den Museumsbau, der nach Gulbranssons Tod von dessen dritter Ehefrau Dagny Björnson vorangetrieben worden war. Zur Grundsteinlegung kam sogar Wirtschaftsminister Ludwig Erhard, der mit Bundespräsident Theodor Heuss die Schirmherrschaft übernommen hatte. Schon wegen dieses Bauwerks lohnt sich der Besuch in dem zweigeschossigen Museum, das später durch Anbauten ergänzt wurde. In der Dauerausstellung werden Karikaturen, Zeichnungen und Gemälde von Olaf Gulbransson gezeigt.

Die neue Sonderausstellung "In Öl gezeichnet" zum 150. Geburtstag des Künstlers ist seit 22. Januar zu besichtigen. Öffnungszeiten sind Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr. Das Museum befindet sich Am Kurgarten 5 in der Ortsmitte, von wo aus man übrigens auch einen traumhaften Blick auf den Tegernsee und die Bergkulisse hat.