Tipp der Woche Schneetreiben mit Sting

2009 aufgenommen und immer wieder gut anzuhören: "If On A Winter's Night" ist ein meditatives Album zur Winterzeit. Foto: rn

Jede Woche geben LZ-Redakteure an dieser Stelle ihre ganz persönlichen Tipps für die Freizeit. Von Ausstellungen über Buchempfehlungen bis zu Geheimtipps in der Stadt. Diese Woche: Redakteurin Rita Neumaier empfiehlt zeitlose Musik, um über den Advent zu kommen.

Alle Jahre wieder tausche ich unsere Kollektion an gern gehörten CDs (keine Playlist!) aus gegen stimmungsvolle Musik, die man eh nur um diese Jahreszeit hören kann. Mein Favorit ist dabei seit langer Zeit derselbe: "If On A Winter's Night" vom Ex-Police-Mann und heutigem Yoga-Rocker Sting.

Schon das Cover ist ein atmosphärisches Kunstwerk: Sting stapft durch tiefen Schnee im Laubwald, begleitet von seinem Hund. Das Album entstand 2009 in der Toskana, in einem alten Haus, vor knisterndem Kaminfeuer. Und genau so hört es sich an. Es soll ja auch eine akustische Meditation über die verschiedenen Aspekte des Winters sein.

Stille wird hörbar

Tatsächlich macht Sting mit dieser Sammlung von uralten Weihnachts- und Wiegenliedern sozusagen die Stille hörbar. Er raunt, flüstert und rezitiert, begleitet von Freunden und Kollegen wie dem Gitarristen Dominic Miller, den britischen Folk-Musikern Kathryn Tickell, Julian Sutton und Mary MacMaster, dem Geiger Daniel Hope, dem Cellisten Vincent Seagal, den Trompetern Chris Botti and Ibrahim Maalouf, den Percussionisten Cyro Baptista and Bijan Chemirani und Vokalisten wie den Webb Sisters und "Stile Antico".

Man wäre gern vorm Kamin gesessen, als dieses Album aufgenommen wurde. Und hätte andächtig gelauscht zu Klassikern wie der Ballade "The Snow it Melts the Soonest" oder "Gabriel's Message", einem Weihnachtslied aus dem 14. Jahrhundert, oder dem todtraurigen Lied vom Schneemann, der weiß, dass es mit ihm zu Ende geht. Auch bei Schuberts "Winterreise" hat Sting zugegriffen, mit einem ins Englische übersetzen Lied über den Leierkastenmann.

Wem die übliche Weihnachtsmusik zu süßlich ist, der ist mit Stings Winternachts-Klängen gut bedient. Die kann man übrigens auch sonst hören, falls man gerade einen moralischen Durchhänger hat. Vorausgesetzt, man mag Sting.

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