Tiere Viele Wespen: Insekten profitieren von Trockenheit

Bald dürfte es wieder mehr von ihnen geben: Wespen und andere Insekten gefällt der trockene Sommer. Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

Sommerzeit - Wespenzeit: Schon bald dürften die schwarz-gelben Insekten wieder die Grillabende unsicher machen. Der bislang warme und trockene Sommer kommt ihnen nicht ungelegen.

Sie sind nützlich, nervig und in diesem Jahr voraussichtlich besonders zahlreich: Der bisher trockene und warme Sommer in Hessen dürfte in diesem Jahr viele Wespen hervorbringen.

Ab etwa Ende Juli, wenn die letzte Generation der weiblichen Tiere dieses Sommers ausfliegt und nur noch nach Futter für sich selbst Ausschau hält, werden die eigentlich nützlichen Insekten an Kaffeetafeln und auf Grillpartys im Garten lästig, wie Biologe Berthold Langenhorst vom Naturschutzbund (Nabu) Hessen sagte. Vor allem Fleisch und Süßes ziehen Wespen an.

Derzeit seien die Arbeiterinnen gut beschäftigt mit der Futtersuche für die Larven und sorgten so dafür, dass die Völker wachsen, sagte Langenhorst der Deutschen Presse-Agentur in Wetzlar. Dabei helfe die trockene Witterung, die für andere Arten wie die Amphibien katastrophal sei. Ist es feuchter und kühler, werden die Larven von Wespen und anderen Insekten von Pilzen befallen und sterben ab - davon bleiben sie in diesem Jahr verschont. Auch Hummeln und viele Schmetterlingsarten profitieren davon, wie zuletzt die Nabu-Insektenzählung gezeigt hatte.

Fortschreitender Verlust der Artenvielfalt

Dennoch bestätigte die Zählung auch den fortschreitenden Verlust der Artenvielfalt, wie Langenhorst deutlich machte. So seien unter den Schmetterlingen nur wenige Arten gesichtet worden, die mit nährstoffreichen Bedingungen im Umfeld landwirtschaftlicher Flächen zurechtkommen. Dazu gehört das farbenfrohe Tagpfauenauge, der Kleine Fuchs, der Schachbrettfalter, die Kohlweißlinge sowie das Große Ochsenauge. Arten, die eine nährstoffärmere Umgebung benötigen wie die meisten Bläulinge, fanden sich hingegen kaum noch. Schmetterlinge gelten als guter Gradmesser für den Zustand ihrer Umgebung.

Dass die Wespen Menschen nah kommen, liege daran, dass sie Nahrung in der Nähe von Personen wahrnehmen, zugleich kurzsichtig seien. "Sie wollen von uns maximal Kuchen und Schnitzel, aber sie wollen uns nicht angreifen", sagte der Biologe. Vielmehr fühlten sich die Tiere nur dann selbst angegriffen, wenn Menschen Abwehrbewegungen machten.

Wer allergisch auf die Stiche reagiere, sollte aber auf jeden Fall möglichst Abstand halten und beispielsweise nicht ungeschützt eine Gartenparty in der Nähe eines Wespennestes feiern und immer entsprechende Medikamente griffbereit halten.

Wespen, die dem Menschen nahe kommen, um Nahrungsmittel zu ergattern, gehörten zu den beiden Arten Deutsche und Gemeine Wespe, sagte Langenhorst. Auch die Sächsische Wespe sei hierzulande verbreitet, doch seien die Tiere und ihre Nester deutlich kleiner, und sie interessierten sich üblicherweise nicht für die Menschen.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

 
 
 

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