Tiere Seltene Wildbiene im Botanischen Garten in München

Eine Wildbiene fliegt bei Sonnenschein an einer Blüte vorbei. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa/Symbolbild

Der Botanische Garten in München dient mit seiner Vielzahl an Pflanzen als wertvoller Lebensraum für heimische Tierarten. Nun haben Wissenschaftler dort eine seltene Wildbienenart entdeckt.

Sie steht auf der Roten Liste und ist vom Aussterben bedroht: die Stängel-Blattschneiderbiene (Megachile genalis). Im Botanischen Garten in München haben Wissenschaftler nun vier Exemplare dieser seltenen Wildbienenart entdeckt. Bei einer gezielten Suche nach einer anderen Bienenart habe er zufällig die vier Stängel-Blattschneiderbienen gesehen, berichtete Andreas Fleischmann, wissenschaftlicher Mitarbeiter und Kurator an der Botanischen Staatssammlung. "Das war eine schöne Überraschung."

Bereits in den Jahren 2020 und 2021 sei an anderer Stelle in München je ein Exemplar gesichtet worden. Aus den 100 Jahren davor seien sechs weitere Sichtungen in Bayern bekannt, sagte Fleischmann. Die neueste Entdeckung im Botanischen Garten habe er dann mit der Fotokamera festgehalten.

Die Stängel-Blattschneiderbiene sammelt Pollen für ihren Nachwuchs nur auf bestimmten Korbblütengewächsen, unter anderem Disteln. Davon gebe es im Botanischen Garten reichlich, sagte Fleischmann. Zudem zähle diese Wildbienenart zu den Profiteuren der Klimaerwärmung.

Nun versuchen die Wissenschaftler, die Nester der Bienen im Botanischen Garten zu finden, um diese erhalten zu können. Anders als Honigbienen baue die Stängel-Blattschneiderbiene keine Waben aus Wachs und nutze anders als andere Wildbienen auch keine sogenannten Insektenhotels, sondern niste sich in hohlen Pflanzenstängeln ein. Dafür nage sie ein Loch in die Stängel und richte darin mit Stückchen von Blättern ein Nest ein.

Die Wildbienen im Botanischen Garten werden den Angaben nach seit 1997 erfasst. Derzeit sind 112 Arten bekannt, was fast der Hälfte aller im Raum München bekannten Wildbienen-Arten entspricht.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

 
 
 

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