Themenführungen in Landshut Burg Trausnitz hautnah erleben

Zanni und Pantalone treiben Späße mit den Zuschauern
Zanni und Pantalone treiben Späße mit den Zuschauern. Foto: Annalena Göttl

In Zusammenarbeit mit der Bayerischen Schlösser- und Seenverwaltung lässt die Gruppe Commedia Kumpanei die Landshuter Heimatgeschichte zum Leben erwachen. In verschiedenen Burgführungen können die Besucher der Trausnitz so Einblicke in frühere Zeiten erhalten.

Stephan Erber, Elisabeth Wachtler-Erber, Helmut und Dorothee Stötter und Richard Hof – Fünf Geschichtsbegeisterte, die sich in die Historie der Burg Trausnitz einarbeiten, um dann später die Besucherinnen und Besucher daran teilhaben zu lassen. Zwei Jahre sind sie im Durchschnitt mit der Vorbereitung einer Führung beschäftigt, bis sie zum ersten Mal gespielt werden kann.

Mit einem Dudelsack fing alles an

Einem Dudelsack haben wir die Themenführungen der Gruppe zu verdanken? Ja, richtig gelesen! Schon als Kind war Stephan Erber ein großer Fan des schottischen Holzblasinstruments. Im jungen Erwachsenenalter bot sich ihm dann die Gelegenheit, Dudelsack spielen zu lernen. So stieß er zu den Wittelsbacher Turmpfeiffern, die schon auf der Burg waren, und dort Führungen zur Stadt Landshut in der Zeit des Dreißigjährigen Kriegs anboten. Nachdem er bei einigen Führungen mitgewirkt hatte, spielte er mit dem Gedanken, diese historischen Führungen auszubauen, und sich nicht nur auf die Erzählungen der Turmpfeiffer zu beschränken. Die Idee der verschiedenen Themenführungen war geboren.

Die Commedia Kumpanei zusammenzustellen war keine große Herausforderung mehr, denn die Gruppe kannte sich bereits von einem gemeinsamen Hobby: dem historischen Tanz. Seit 2006 bieten die beiden Paare Stötter und Erber Themenführungen auf der Burg Trausnitz an, seit mittlerweile vier Jahren haben sie noch zusätzliche Unterstützung von Richard Hof bekommen. Ihre Führungen spielen in unterschiedlichen Zeiten und thematisieren historisch verbürgte Personen. Durch die Schauspielszenen kann man so Geschichte am eigenen Leib miterleben.

Bayern-Landshut im 15. Jahrhundert

Die Führung Fürstenmacht und Seelenheil ist zeitlich vor der Landshuter Fürstenhochzeit angesiedelt und beschäftigt sich mit der Geschichte des Herzogs Heinrich dem Reichen, dem Großvater des späteren Bräutigams Herzog Ludwig.

„Der kommt eigentlich in allen Erzählungen immer zu kurz“, erklärt uns Stephan Erber. „Man weiß, dass es ihn gegeben hat, aber was der gemacht hat, das weiß man eigentlich nicht. Und das ist eigentlich schade, weil aus unserer Sicht ist er eigentlich die interessanteste Persönlichkeit dieser „reichen Herzöge“. Er hat ja den Grundstein dieses Reichtums überhaupt erst gelegt, er hat über 50 Jahre lang regiert und hat aus dem Herzogtum Bayern-Landshut etwas gemacht, das dann erst diese Bedeutung haben könnte, die dann in der Fürstenhochzeit erst deutlich geworden ist.“

Mit den Komödianten aus der Narrentreppe unterwegs

Als Herzog Wilhelm V. seine Erbprinzenjahre auf der Burg Trausnitz verbrachte, hat er die italienische Commedia dell’arte nach Landshut geholt. Er war so fasziniert davon, dass er Szenen daraus in der Burg aufmalen ließ – heute ist dieser Bereich als Narrentreppe bekannt. Die Führung Von Masken, Mimen und Mördern lässt genau diese aufgemalten Figuren zum Leben erwecken und lädt die Besucherinnen und Besucher ein, an den Späßen der Figuren Zanni und Pantalone teilzuhaben.

Trotz komödiantischem Schauspiel ist jedoch nicht alles so idyllisch, wie es scheint. Wie es der Titel der Führung schon verrät, ereignete sich während der Zeit der Commedia dell’arte im Jahr 1570 ein realer Mord unter den Schauspielern.

Lesen Sie den vollständigen Artikel im NIEDERBAYERN TV Magazin, Ausgabe 10.

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