Theater Sancho scheut Bühne: Oberammergauer Passions-Esel abgelöst

Bauer Toni Scholler und Besitzerin Elke Kerler stehen 2020 neben dem katalanischen Riesenesel Sancho. Foto: Angelika Warmuth/dpa/Archivbild

Bei den Passionsspielen in Oberammergau gibt es nicht nur Rollen für Jesus, Maria und die Jünger, für Römer, Hohepriester und Pharisäer. Auch Tiere sind mit auf der Bühne: Kamele, Pferde, Ziegen, Schafe, Enten, Hühner, Tauben - und ein Esel. Der zeigte sich allerdings störrisch.

Zwei Monate vor der geplanten Premiere der Passionsspiele in Oberammergau gibt es die Umbesetzung einer wichtigen Rolle. Der katalanische Riesenesel Sancho, der Jesus beim Einzug in Jerusalem tragen soll, wird von dem Großesel Aramis abgelöst. Am Samstag hatte Aramis sein Bühnendebüt. Sancho, der schon zum dann wegen Corona verschobenen Termin 2020 spielen sollte, sei nicht mehr so motiviert gewesen wie damals, sagte eine Sprecherin der Passionsspiele.

"Sancho wollte nicht mehr auf die Bühne. Wir wollen kein Tier zu etwas zwingen", sagte die Sprecherin. Dem Bauern Toni Mangold, der Sancho schon vor zwei Jahren beherbergt hatte, war es sofort bei Sanchos Ankunft aufgefallen, dass er sich verändert hatte - womöglich wegen der Corona-Pandemie, in der er keine Auftritte hatte, mutmaßte Mangold.

Aramis ist bei einer Schulterhöhe von 1,40 Metern ebenso groß und kräftig wie Sancho. Das ist eine dem Tierschutz geschuldete Voraussetzung für die Besetzung der Esel-Rolle. Vor zwei Jahren war debattiert worden, ob der Ritt eines erwachsenen Darstellers auf einem Esel tierschutzwidrig ist - und ob überhaupt noch ein Esel auf die Bühne sollte. Die Organisation Peta verlangte einen zeitgemäßen Einzug von Jesus nach Jerusalem - zum Beispiel auf einem E-Roller. Die Behörden gaben schließlich doch grünes Licht für den lebenden Esel - unter der Bedingung, dass er ausreichend kräftig gebaut ist.

Der Esel von 2010 war mit 1,15 Metern Schulterhöhe noch deutlich schmächtiger gewesen. Er soll dennoch das halbe Jahr mit praktisch täglichen Auftritten gut überstanden haben.

Dass in Oberammergau Tiere auf der Bühne stehen, hat Tradition. Auch dieses Mal spielt ein halber Bauernhof mit. Pferde, Ziegen, Schafe, Enten, Hühner, Tauben - und zwei Kamele.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

 

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