Terrorismus Spaenle: Höhere Entschädigung für Opfer von Olympia-Attentat

Ein Polizeibeamter sichert 1972 im Olympischen Dorf den Block, in dem Terroristen die Geiseln halten. Foto: Horst Ossinger/dpa/Archivbild

Der Streit schwelt seit Jahrzehnten: Die Hinterbliebenen der Opfer des Olympia-Attentates von 1972 kämpfen um Akteneinsicht und mehr Entschädigung. Unterstützung bekommen sie vom bayerischen Antisemitismusbeauftragten.

Der bayerische Antisemitismusbeauftragte Ludwig Spaenle (CSU) startet im Kampf um höhere Entschädigungen für die Hinterbliebenen der Opfer des Olympia-Attentates eine Initiative im bayerischen Landtag. Sein Ziel: Die Staatsregierung solle "gegenüber der Bundesregierung auf eine angemessene Lösung der seit 50 Jahren ungelösten Entschädigungsfrage für die Überlebenden und Opferfamilien des Olympiaattentats von 1972" hinwirken, fordert Spaenle, der auch Landtagsabgeordneter ist, in einem entsprechenden Schreiben. Die Bundesregierung müsse "diese Entschädigung aus Bundesmitteln leisten".

Spaenle selbst hatte sich bereits vor kurzem in dieser Sache mit einem Brief an Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) gewandt - nach eigenen Angaben aber ohne Ergebnis. Nun will er über die Landtagsinitiative die Staatsregierung dazu bringen, seine Forderungen an Scholz heranzutragen.

Nach Angaben Spaenles zahlte die Bundesrepublik 1972 insgesamt 3,2 Millionen D-Mark Entschädigung, im Jahr 2002 gab es dann weitere 3,07 Millionen Euro vom Bund, vom Freistaat Bayern und der Stadt München. Ihm und den Hinterbliebenen reicht das nicht.

Bei dem Attentat vor 50 Jahren, im September 1972, waren elf Mitglieder des israelischen Olympia-Teams, ein deutscher Polizist und fünf der Terroristen umgekommen. Die palästinensischen Terroristen hatten in der Team-Unterkunft der Israelis Geiseln genommen. Später verlagerte sich das Geschehen auf den Militärflugplatz Fürstenfeldbruck. Der Einsatz der Polizei zur Befreiung der Geiseln ist umstritten. Kritiker werfen den Verantwortlichen für den Einsatz mehrere schwere Fehler und Pannen vor. Der Streit um die Aufarbeitung und vor allem die Entschädigung der Hinterbliebenen schwelt seit Jahrzehnten.

"Das zynische Kalkül: 27 Jahre nach dem Holocaust wurden auf deutschem Boden israelische Athleten ermordet", schreibt Spaenle. "Der katastrophale Ablauf von Entführung, Befreiungsversuchen und ihr tödliches Ergebnis zeigten ein totales Versagen der deutschen Sicherheitskräfte und politisch Verantwortlichen."

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

 
 
 

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